Zugehörigkeit als gefährliches Versprechen
Nach der Rückkehr seines Vaters muss Kuba entscheiden, welche Rolle Familie und Fußball in seinem Leben spielen sollen. Der Wunsch nach Anerkennung trifft auf eine Umgebung, in der Loyalität schnell mit Gewalt verbunden wird. Das bietet einen interessanten Ausgangspunkt.
Die Serie macht seine Entwicklung allerdings nicht immer nachvollziehbar. Der Weg vom unsicheren Jugendlichen zu einem Menschen, der Gewalt ausübt, wirkt zu häufig abrupt. Statt das schrittweise Verschieben seiner Grenzen genau zu erzählen, springt die Handlung zur nächsten Eskalation.
Viele Themen, zu wenig Vertiefung
Familie, Rivalitäten, Drogen und Polizeiarbeit konkurrieren um Aufmerksamkeit. Jeder dieser Bereiche könnte die Geschichte erweitern. Zusammen entsteht aber oft ein fragmentarischer Eindruck, weil die Serie vieles anspricht und wenig konsequent ausarbeitet.
Grzegorz Palkowski gibt Kuba eine glaubwürdige innere Zerrissenheit. Auch die übrige Besetzung arbeitet gegen die Oberflächlichkeit des Drehbuchs an. Die grauen Bilder schaffen eine passende Atmosphäre, geben der Serie aber noch keine besonders eigene Handschrift.
Fazit
Der Hooligan bleibt für mich hinter seinen Möglichkeiten zurück. Solide Darsteller und ein relevantes Umfeld reichen nicht aus, wenn die zentrale Veränderung der Hauptfigur zu wenig erzählerischen Raum bekommt.
Auch der Umgang mit Gewalt überzeugt nicht durchgehend. Manche Szenen wirken eher selbstzweckhaft, als dass sie deren Ursachen und Folgen untersuchen. Wer eine tiefgehende Auseinandersetzung mit Zugehörigkeit und der Hooliganszene erwartet, bekommt hier zu wenig.
