Allein der Cast hat mich sofort neugierig gemacht: Jude Law und Jason Bateman als Brüder, die in einem düsteren Clubmilieu der New Yorker Nacht aufeinanderprallen. Klingt erstmal nach starker Schauspielerkombi, und ja – das ist es auch. Aber reicht das aus? Nicht ganz. Die Serie hat ein paar starke Momente, aber sie schlingert erzählerisch und lässt einiges an Potenzial liegen.
In acht Folgen begleiten wir die Geschichte von Jake Friedken, dem Betreiber des Restaurants und VIP-Clubs Black Rabbit. An seiner Seite steht sein Bruder Vince, dessen unerwartete Rückkehr alte Verletzungen und neue Gefahren ins Geschäft bringt. Die Beziehung der beiden Brüder steht im Mittelpunkt, und das ist definitiv das stärkste Element der Serie. Die Spannungen, unausgesprochenen Schuldgefühle und jahrzehntelangen Verletzungen sind spürbar – gerade in den ruhigeren Momenten zwischen Law und Bateman knistert es regelrecht.
Was die Serie atmosphärisch richtig gut macht, ist der Look. Dunkel, stilisiert, manchmal fast zu künstlich ausgeleuchtet, aber immer passend zum Setting. Man fühlt sich wie in einer abgeschotteten Welt aus Alkohol, Lügen und abgefuckten Loyalitäten. Die Kamera bleibt oft nahe an den Figuren, gibt Raum für Mimik und Zwischentöne – das funktioniert, wenn das Drehbuch mitspielt. Aber genau da hakt es für meinen Geschmack zu oft.
Die Handlung setzt auf Andeutungen, auf ein Gefühl der schleichenden Eskalation, das aber nie so richtig zündet. Manche Episoden wirken, als würden sie ewig auf etwas hinarbeiten, das dann nur halbherzig aufgelöst wird. Es gibt Nebenhandlungen, die sich nach Füllmaterial anfühlen, Figuren, die kurz aufploppen und dann wieder verschwinden, und Entscheidungen, bei denen man sich fragt, ob sie dramaturgisch wirklich notwendig waren. Statt Spannung baut sich oft eher ein zähes Grundrauschen auf – was schade ist, weil das Setting eigentlich viel hergeben würde.
Was mir dagegen gefallen hat, ist die Konsequenz in der Tonalität. Black Rabbit bleibt durchgehend ernst, düster, schwer – ohne Ausflüchte ins Sentimentale oder plakative Action. Das macht es manchmal sperrig, aber zumindest ist es stilistisch einheitlich. Auch inhaltlich bleibt die Serie ihrer Linie treu: Es geht um Schuld, um brüchige Familienbindungen, um alte Wunden, die nie heilen. Und um die Frage, ob man sich selbst je ganz hinter sich lassen kann.
Schauspielerisch ist das hier ganz klar die Show von Law und Bateman. Beide liefern ab, wenn auch auf unterschiedliche Art. Law spielt den gebrochenen, innerlich zerrissenen Jake mit viel Körperlichkeit und Blicken, die mehr sagen als tausend Worte. Bateman hält dagegen mit kühler Zurückhaltung, wirkt kalkulierter, kontrollierter – das passt perfekt zum Konflikt der beiden. Der Rest des Casts bleibt eher im Hintergrund, solide, aber nicht auffällig.
Ich gebe Black Rabbit sechs von zehn Punkten. Nicht, weil die Serie schlecht ist – ganz im Gegenteil: Sie hat Stil, sie hat gute Schauspieler, sie hat eine dichte Atmosphäre. Aber sie verliert sich zu oft in Tempoverlusten, erzählerischer Redundanz und verschenktem Potenzial. Wenn du Lust auf ein ruhiges, dunkles Charakterdrama hast, das sich mehr Zeit nimmt als nötig, dann ist das hier dein Ding. Wenn du Spannung, Tempo und klare Storybeats erwartest, wirst du eher enttäuscht sein.
