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Tatort: Dunkelheit: Ein nachdenklicher Auftakt für das neue Frankfurter Team

Melika Foroutan und Edin Hasanović geben dem Cold Case ein glaubwürdiges Zentrum. Die Ermittlungen verlieren allerdings zeitweise an Zugkraft.

Tatort: Dunkelheit 🕯️ Der DÜSTERSTE Krimi des Jahres?
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Mit diesem Film startet ein neues Ermittlerduo in Frankfurt: Maryam Azadi, gespielt von Melika Foroutan, und Hamza Kulina, gespielt von Edin Hasanović. Die beiden arbeiten in einer neu eingerichteten Cold-Case-Einheit, die sich mit ungeklärten Altfällen beschäftigt. Schon mit dieser Prämisse hebt sich der Film klar vom üblichen Tatort-Schema ab – und das macht sich bemerkbar.

Die Handlung setzt mit einem Fund ein, der direkt für Gänsehaut sorgt: In der Garage eines verstorbenen Mannes werden Überreste menschlicher Leichenteile entdeckt. Die Spuren führen zurück zu alten, nie aufgeklärten Vermisstenfällen aus dem Rhein-Main-Gebiet. Was wie ein Einzelfall beginnt, weitet sich bald zu einer größeren Geschichte aus. Im Zentrum steht der Verdacht, dass es sich um eine Serie handelt – mit Verbindungen über Jahrzehnte hinweg. Die Ermittlungen bringen die neue Einheit schnell an persönliche und moralische Grenzen.

Was auffällt, ist der ruhige, konzentrierte Erzählton. Statt temporeicher Verfolgungsjagden oder Actionsequenzen konzentriert sich Tatort: Dunkelheit auf Gespräche, Archivarbeit, Zwischenräume. Es geht um Erinnerung, Schuld und den langen Schatten der Vergangenheit. Diese Fokussierung auf alte Spuren und psychologische Tiefe gibt dem Film einen ganz eigenen Rhythmus – das kann man als angenehm entschleunigt erleben oder als zu gemächlich, je nach Erwartung.

Melika Foroutan gibt ihrer Rolle als Azadi eine glaubhafte Mischung aus Autorität und Nachdenklichkeit. Ihre Figur wirkt souverän, aber nicht unnahbar – man spürt, dass sie nicht alles von sich preisgibt. Edin Hasanović bringt als Kulina ein anderes Tempo in die Ermittlungen. Er agiert direkter, emotionaler, was der Dynamik zwischen den beiden spürbar guttut. Die Figuren ergänzen sich, ohne künstlich konstruiert zu wirken. Es bleibt viel offen, aber gerade das macht neugierig auf mehr.

Auch formal überzeugt der Film. Die Bildgestaltung setzt stark auf Dunkelheit, enge Räume, Archivkeller, düstere Wohnungen. Die Kamera bleibt oft nah an den Gesichtern, Licht und Schatten übernehmen viel von der Atmosphäre. Die Musik ist dezent, aber wirkungsvoll eingesetzt. Alles wirkt stilistisch durchdacht, ohne aufdringlich zu sein.

Weniger überzeugend ist stellenweise das Erzähltempo. Gerade im Mittelteil verliert der Film etwas an Zugkraft – vor allem dann, wenn sich die Ermittlungen in Dokumentensichtung und langen Dialogen verlieren. Auch das Figuren-Setup rund um die Opfer und deren Umfeld bleibt zum Teil skizzenhaft. Es gibt viele Namen, viele Verbindungen – und nicht jeder Strang entfaltet die gleiche emotionale Wucht. Wer hier nicht konzentriert bleibt, verliert leicht den Faden.

Spoiler: Das Ende erklärtNur öffnen, wenn du die Auflösung erfahren möchtest.

Das Finale setzt nicht auf den großen Knall. Der mutmaßliche Täter ist tot, der Fall kann nicht mehr juristisch gelöst werden. Stattdessen steht das Aufdecken der Wahrheit im Vordergrund – das emotionale Schließen von offenen Wunden. Ob das zufriedenstellt, hängt davon ab, wie viel man als Zuschauer an Auflösung erwartet. Mich persönlich überzeugt dieser Ansatz, weil er konsequent zur ruhigen, nachdenklichen Tonlage des Films passt.

Unterm Strich ist Tatort: Dunkelheit ein starker, ungewöhnlich ernster Auftakt für das neue Frankfurter Team. Der Film verzichtet bewusst auf Effekthascherei, setzt auf Atmosphäre, Subtext und moralische Zwischentöne. Kein Krimi für nebenbei – aber einer, der hängenbleibt. Ich gebe vier von fünf Sternen und bin gespannt, wie sich Azadi und Kulina weiterentwickeln. Wenn sie diese Linie halten und noch etwas Feinschliff in Tempo und Struktur finden, könnte hier ein echtes Highlight entstehen.

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