DAS UNABHÄNGIGE FILMJOURNALHorrOctober2026
filmbuZZer
← Zurück zu den FilmenFILMKRITIK / 2025

Heads of State: Die Chemie funktioniert besser als die Politik

John Cena und Idris Elba bilden ein unterhaltsames Duo. Die laute Action-Komödie will allerdings selten mehr als die nächste Explosion.

Heads of State 🔫 Rivalen im Flugzeug, Verbündete im Chaos
Thumbnail des ursprünglichen filmbuZZer-Videos.

Bei Heads of State gilt: wer John Cena und Idris Elba schon mal zusammen gesehen hat, weiß ungefähr, worauf man sich einlässt: große Klappe, harte Fäuste, noch größere Explosionen. Was dabei rauskommt, ist eine Buddy-Komödie im Maßanzug, die manchmal sitzt, manchmal kneift.

Cena spielt den neuen US-Präsidenten Will Derringer, Elba ist der britische Premierminister Sam Clarke. Zwei Alphatiere, gezwungen zusammenzuarbeiten, weil ein Terroranschlag während einer Mission auf Air Force One alles durcheinanderbringt. Nach einem Crash mitten in Osteuropa beginnt eine wilde Hetzjagd quer über den Kontinent – Ziel: einen globalen Konflikt verhindern und irgendwie überleben.

Was den Film trägt, ist ganz klar das Zusammenspiel der beiden Hauptdarsteller. Ihre Chemie ist spürbar, ihre Sprüche treffen oft, und ihr Hin und Her zwischen Frotzelei und Ernst bringt genau die Dynamik, die ein Film wie dieser braucht. Wenn sich die beiden darüber streiten, ob „gym strong“ wirklich besser ist als „strong strong“, dann lacht man – weil es gut gespielt ist, nicht weil der Gag an sich so clever wäre.

Der Plot dagegen ist eher zweckmäßig. Ein russischer Waffenhändler, ein Weltkriegsplan, ein paar geopolitische Floskeln – all das bleibt flach und dient eher als Kulisse für das, worum es wirklich geht: Action. Und davon gibt’s reichlich. Autos jagen rückwärts durch enge Gassen, Flugzeuge explodieren, eine Tomatenschlacht mitten in Spanien bringt sogar Farbe ins Chaos. Manchmal wirkt das wie ein überdrehtes Videospiel, aber immerhin eines, das weiß, was es will.

Priyanka Chopra Jonas spielt eine MI6-Agentin und sieht dabei hervorragend aus, bekommt aber kaum Raum, um mehr als dekorativer Sidekick zu sein. Gleiches gilt für Nebenrollen wie Carla Gugino oder Stephen Root – solide besetzt, aber verschenkt. Es ist klar: Der Film will nicht Ensemblekino sein. Er will zwei Typen zeigen, die sich durch ein absurdes Abenteuer prügeln – Punkt.

Was die Inszenierung angeht, liefert Regisseur Ilya Naishuller, was man von ihm kennt: schnelle Schnitte, wilde Kamera, viel Tempo. Das ist handwerklich gut gemacht, aber ohne wirkliches Stilbewusstsein. Man bekommt Spektakel, aber keine Signatur. Das ist schade, weil ein bisschen mehr Eigenständigkeit dem Film gutgetan hätte.

Und ja, der Humor funktioniert größtenteils – wenn man auf dick aufgetragene Buddy-Komödien steht. Wer politisch irgendwas Substanzielles erwartet, wird hier enttäuscht. Satire gibt’s nur in homöopathischen Dosen. Dafür gibt’s jede Menge Krawall, harmlose Gewalt und flotte One-Liner. Also keine clevere Polit-Parodie, sondern eher ein Sommerfilm für Leute, die einfach mal abschalten wollen.

Laufzeit sind knapp unter zwei Stunden – das passt. Der Film nimmt sich nicht zu ernst, aber auch nicht leicht genug, um völlig absurd zu sein. Er sitzt genau in der Mitte zwischen „kann man machen“ und „hätte mehr draus werden können“.

Ich gebe Heads of State drei von fünf Sternen. Nicht, weil er irgendwas neu erfindet oder besonders klug wäre. Sondern weil er in dem, was er sein will, zumindest ehrlich ist: eine laute, testosterongeladene Action-Komödie mit zwei Typen, die sich gegenseitig fast auffressen – und dabei Spaß haben. Wer das sehen will, bekommt genau das. Wer mehr erwartet, sollte weiterklicken.

Werbung · Amazon-Partnerlinks

Den Film zu Hause ansehen

Prime Video

Die aktuellen Angebote und Konditionen findest du bei Prime Video.

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Durch die Nutzung dieser Links entstehen dir keine zusätzlichen Kosten.

Die Kritik auf YouTubeDu schaust lieber zu? Dieser Artikel gehört zur veröffentlichten filmbuZZer-Kritik.Kritik auf YouTube ansehen