Diese Comedy-Serie, die einen humorvollen Blick hinter die Kulissen eines professionellen Basketball-Franchise wirft, ist eine Mischung aus Familiendrama, Sportwelt-Chaos und satirischer Business-Komödie.
Im Mittelpunkt steht Isla Gordon, gespielt von Kate Hudson, die sich unerwartet in der Rolle der Präsidentin des fiktiven Basketballteams Los Angeles Waves wiederfindet. Die Verantwortung fällt auf Isla, während ihre Brüder ihre eigenen Vorstellungen davon haben, wer das Team führen sollte. Ihr Problem? Sie hat von Basketball ungefähr so viel Ahnung wie ein Fisch vom Klettern. Doch genau das macht den Reiz der Serie aus: Isla muss sich in einer knallharten Männerdomäne behaupten, sich gegen widerwillige Spieler, skeptische Manager und ihre eigenen Zweifel durchsetzen.
Hudson verleiht der Figur eine Mischung aus Leichtigkeit und Tiefgang. Isla ist kein unfehlbares Superhirn, sondern macht Fehler, hat Selbstzweifel und muss lernen, sich zu behaupten. Besonders ihre Beziehung zu Trainer Jay Brown, gespielt von Jay Ellis, sorgt für einige der besten Szenen der Serie. Ellis bringt die perfekte Mischung aus Charisma und Frustration in die Rolle, wenn er merkt, dass seine neue Chefin nicht einmal weiß, was ein Pick-and-Roll ist.
Die Gordon-Familie ist ein Paradebeispiel für dysfunktionale Reiche-Leute-Dynamiken. Justin Theroux als ältester Bruder Cam ist die Art von narzisstischem Playboy, die man gleichzeitig verabscheut und feiert. Drew Tarver und Scott MacArthur spielen die anderen Gordon-Brüder, die mit ihrer eigenen Mischung aus Ehrgeiz und Unsicherheit punkten. Die Dialoge zwischen den Geschwistern sind bissig, witzig und manchmal herzzerreißend, wenn alte Wunden aufgerissen werden.
Inszeniert wurden die ersten Folgen von James Ponsoldt, der die Serie mit einem realistischen, aber dennoch dynamischen Look einfängt. Die Drehbücher sind clever, auch wenn einige Gags vorhersehbar sind und manche Konflikte nach dem bekannten "Reich-und-unfähig"-Schema ablaufen. Dennoch gelingt es, Basketball nicht nur als Kulisse zu benutzen, sondern die Sportwelt authentisch darzustellen.
Nicht alles funktioniert perfekt. Manchmal hätte man sich gewünscht, dass bestimmte Handlungsstränge mehr Tiefgang bekommen. Einige Charaktere sind recht stereotyp gezeichnet, besonders auf Seiten des Teams. Doch "Running Point" ist trotz kleiner Schwächen eine unterhaltsame, schnelle Serie, die das klassische "Fisch-aus-dem-Wasser"-Prinzip mit scharfem Humor und satirischer Gesellschaftskritik kombiniert. Wer Basketball liebt, wird viele Details feiern. Wer nichts mit dem Sport anfangen kann, bekommt trotzdem eine smarte, kurzweilige Story serviert. Kate Hudson als Hauptfigur trägt die Serie mit viel Charme, und die Dynamik zwischen den Darstellern sorgt dafür, dass die Serie nie langweilig wird. Ein humorvoller Blick hinter die Kulissen eines milliardenschweren Sports, der zeigt, dass Erfolg manchmal weniger mit Wissen als mit Instinkt zu tun hat.
