The Dating Game Killer, im Original Woman of the Hour, beleuchtet die verstörende Geschichte des Serienmörders Rodney Alcala, der neunzehnhundertachtundsiebzig während seiner Mordserie als Kandidat in der amerikanischen TV-Show „The Dating Game“ auftrat. Die Verfilmung ist ein packender True-Crime-Thriller, der geschickt Spannung und beklemmende Momente verwebt. Regisseurin und Hauptdarstellerin Anna Kendrick gelingt ein beeindruckendes Regiedebüt, indem sie die düsteren Hintergründe dieses „Dating Games“ aufrollt und die absurde Begegnung mit einem Serienmörder im Unterhaltungskontext einfühlsam und schonungslos auf die Leinwand bringt.
Der Film fokussiert auf die Erfahrungen von Cheryl Bradshaw, gespielt von Kendrick, die als Kandidatin Alcala auswählt und kurze Zeit später ein unbehagliches Gefühl gegenüber ihrem „Gewinn“ entwickelt. In Rückblenden und Szenen voller subtiler Anspannung erfahren wir von Alcalas schrecklichen Taten, die ihn letztendlich als einen der berüchtigtsten Serienmörder der USA bekannt machten. Kendrick hebt dabei die Ambivalenz des Charakters hervor, was die Darstellung von Alcala so verstörend macht: Schauspieler Daniel Zovatto verleiht Alcala eine charismatische, charmante Fassade, die seine brutalen Absichten gekonnt verschleiert und den Zuschauer ständig an die Grenze zwischen scheinbar harmlosen und tödlich gefährlichen Begegnungen führt.
Visuell fängt Kendrick das kalifornische Ambiente der späten siebziger Jahre stimmungsvoll ein, ohne die Realität zu beschönigen. Das grelle Studio-Setting des „Dating Games“, kombiniert mit Rückblenden und teils angedeuteten, teils expliziten Tatorten, zeichnet eine Atmosphäre von verstörender Nähe. Der Einsatz von Toneffekten, wie das wiederholte Klicken von Alcalas Kamera, die er in seinen Morden nutzte, verstärkt die Spannung und gibt Einblicke in seine sadistischen Züge, ohne in Sensationslust zu verfallen. Besonders gelungen sind die Szenen, in denen Cheryl mit zunehmendem Misstrauen auf Alcala reagiert und die latente Gefahr spürbar wird, was die Zuschauer in eine beklemmende Nähe zur Hauptfigur bringt.
„The Dating Game Killer“ ist eine düstere Auseinandersetzung mit Themen wie toxischer Männlichkeit und Misogynie, die sich über subtile Dialoge und teils harte Bilder entfalten. Kendrick schafft es, die Mechanismen zu hinterfragen, die es einem Mann wie Alcala ermöglichten, trotz seines mörderischen Hintergrunds im Rampenlicht zu stehen. In der Inszenierung bleibt Kendrick nah an den realen Ereignissen und hält die Spannung konstant, während sie die Balance zwischen dokumentarischen Aspekten und emotionalem Drama geschickt wahrt.
„The Dating Game Killer“ liefert eine packende Erzählung, die durch überzeugende Performances und eine kluge Inszenierung besticht. Kendrick beweist ein ausgezeichnetes Gespür für Spannungsaufbau und zeigt die erschütternde Geschichte in all ihrer Brutalität, jedoch ohne den Opferaspekt zu verlieren. Der Film ist eine fesselnde, wenn auch verstörende Reflexion über eine wahre Begebenheit und zeigt das Unfassbare eines Monsters in der Maske eines Charmeurs.
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