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Das Licht: Große Ideen im Kampf um Aufmerksamkeit

Tom Tykwer schafft starke Bilder. Zwischen Themen und Stilmitteln verliert das Familiendrama oft seine Figuren.

Das Licht 🏠 Tom Tykwers Familiendrama – mutig oder überladen?
Thumbnail des ursprünglichen filmbuZZer-Videos.

Tom Tykwer kehrt mit diesem Film nach fast zehn Jahren ins deutsche Kino zurück und liefert ein Werk, das zwischen Gesellschaftsdrama, magischem Realismus und visuellem Experiment schwankt. Die Geschichte beginnt in einer Berliner Altbauwohnung, wo die wohlhabende Familie Engels lebt. Tim, gespielt von Lars Eidinger, ist ein Werbefachmann, der sich in seiner Karriere verloren hat. Seine Frau Milena, gespielt von Nicolette Krebitz, reist als Entwicklungshelferin zwischen Berlin und Nairobi hin und her, während die siebzehnjährigen Zwillinge Frieda und Jon in der digitalen Welt versinken. Das Leben der Familie ändert sich, als ihre syrische Haushälterin Farrah, gespielt von Tala Al-Deen, plötzlich auftaucht und eine geheimnisvolle Lampe mitbringt. Von diesem Moment an passieren seltsame Dinge.

Der Film wirft große gesellschaftliche Fragen auf. Es geht um Migration, digitale Isolation, Umweltbewusstsein und die Entfremdung innerhalb der Familie. Alles Themen, die für sich genommen spannend sind, doch in ihrer Fülle und Inszenierung oft an der Oberfläche bleiben. Manchmal wirkt der Film mehr wie eine lose Sammlung von Ideen als eine stringente Erzählung. Besonders problematisch ist, dass die vielen visuellen Stilmittel von der eigentlichen Handlung ablenken. Tykwer integriert Musical-Nummern und Animationssequenzen, die zwar kreativ sind, aber oft deplatziert wirken. Es entsteht das Gefühl, dass der Film nicht genau weiß, was er sein will.

Schauspielerisch gibt es kaum etwas zu bemängeln. Lars Eidinger gibt seiner Figur die gewohnte Ambivalenz zwischen Arroganz und Unsicherheit. Nicolette Krebitz spielt Milena mit einer unterkühlten Distanz, die jedoch manchmal etwas zu glatt wirkt. Tala Al-Deen bringt als Farrah eine mystische Komponente ins Spiel, bleibt aber letztlich eine eher symbolhafte Figur, die weniger als echte Person funktioniert. Die Zwillinge, gespielt von Elke Biesendorfer und Julius Gause, sind leider kaum mehr als klischeehafte Darstellungen junger Menschen zwischen Social Media und Rebellion.

Rein visuell ist der Film beeindruckend. Berlin wird atmosphärisch eingefangen, oft in dunklen Blautönen und mit langen Kamerafahrten, die eine fast traumartige Qualität haben. Aber auch hier gilt: Manchmal ist weniger mehr. Der Film verliert sich in seinem Stil und findet nicht immer den Fokus auf seine Figuren.

„Das Licht“ bleibt ein Film, der viel will, aber nicht alles halten kann. Er stellt wichtige Fragen, bleibt in seinen Antworten jedoch vage. Die Mischung aus Realismus, Fantasie und Gesellschaftskritik hätte kraftvoll sein können, wirkt aber stellenweise überladen. Trotzdem gibt es starke Momente, die nachhallen, besonders in den Szenen, in denen die Familie mit ihren eigenen Wahrheiten konfrontiert wird. Es ist ein Film, der spaltet – mutig, ambitioniert, aber nicht vollends überzeugend.

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