The Life List basiert auf dem Bestseller von Lori Nelson Spielman. Was nach emotionalem Feelgood-Kino klingt, ist es im Kern auch – mit all seinen Stärken, aber leider auch seinen Schwächen.
Im Mittelpunkt steht Alex, gespielt von Sofia Carson, eine junge, kontrollierte Frau mit durchgeplantem Leben, die durch den Tod ihrer Mutter aus ihrer gewohnten Ordnung gerissen wird. Statt eines klassischen Testaments bekommt sie eine Liste mit Träumen, die sie sich als Kind mal erfüllen wollte – Reiten lernen, jemandem helfen, ein Haustier haben... Klingt erstmal nach Klischee, ist aber eine schöne Idee. Der Twist: Alex soll genau diese Liste abarbeiten, um das tatsächliche Erbe zu erhalten.
Was folgt, ist eine Reise – im emotionalen und wörtlichen Sinne. Alex trifft auf neue Menschen, gräbt alte Wunden auf, stolpert in absurde Situationen, findet natürlich eine neue Liebe und sieht ihr bisheriges Leben mit anderen Augen. Der Plot verläuft dabei auf sehr bekannten Pfaden. Überraschungen? Wenige. Aber darum geht es hier auch nicht unbedingt. Es geht darum, sich auf eine emotionale Geschichte einzulassen. Und die funktioniert in Teilen ganz gut.
Sofia Carson macht ihren Job solide. Sie trägt den Film mit sympathischer Ausstrahlung, bleibt aber in manchen Momenten etwas zu glatt. Ihre Figur wandelt sich sichtbar, doch der innere Konflikt wird eher behauptet als gespürt. Die Nebenfiguren – besonders jene, die Alex auf ihrer Reise begegnen – sind nett geschrieben, bleiben aber oberflächlich. Ein paar mehr Ecken und Kanten hätten dem Ganzen gutgetan.
Visuell ist der Film ordentlich produziert. Es gibt schöne Bilder, warme Farben, passende Musik – die klassische Netflix-Komfortzone. Die Regie von Adam Brooks hält sich zurück, was stilistisch nicht verkehrt ist, dem Film aber auch kaum eigene Handschrift verleiht. Alles wirkt sauber, funktional, aber eben auch ein wenig generisch.
Problematisch wird es, wenn man genauer hinschaut: Die emotionale Entwicklung von Alex passiert in Sprüngen, oft ausgelöst durch Zufälle oder externe Figuren. Die Konflikte wirken konstruiert und werden meist zu schnell aufgelöst. Es fehlt an Tiefe – sowohl bei den Figuren als auch beim Thema. Was hätte man aus der Konfrontation mit den eigenen, längst verdrängten Träumen machen können! Doch der Film geht immer den sicheren Weg.
Das macht ihn nicht schlecht, aber auch nicht besonders. Für Fans leichter Dramen mit ein bisschen Romantik und Selbstfindung ist das absolut okay. Wer aber mehr erwartet – etwa echte emotionale Fallhöhe oder überraschende Charakterentwicklung – wird enttäuscht. Netter Film für zwischendurch, aber kaum mehr als das. Da wäre deutlich mehr drin gewesen.
