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Immer wieder Dienstag: Ein warmer, vorhersehbarer Neuanfang

Essen, Freundschaft und sympathische Darsteller machen die Komödie angenehm, auch auf vertrauten Wegen.

Immer wieder Dienstag 🍜 Neuanfang mit 70 – charmant oder kitschig?
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„Immer Wieder Dienstag“ ist eine romantisch-kulinarische Komödie aus Schweden, die unter der Regie von Annika Appelin entstand. Der Film erzählt die Geschichte von Karin, die nach vierzig Ehejahren einen radikalen Wendepunkt in ihrem Leben erlebt, als sie herausfindet, dass ihr Ehemann Sten sie betrügt. Was als schmerzhaftes persönliches Drama beginnt, entwickelt sich zu einer Reise der Selbstfindung, bei der Freundschaft, Leidenschaft und das Kochen eine zentrale Rolle spielen. Besonders hervorzuheben ist, dass die Regisseurin Annika Appelin bewusst auf stereotype Darstellungen älterer Frauen verzichtet und stattdessen eine Geschichte über Selbstbestimmung und Neuanfänge erzählt.

Der Film glänzt durch seine warmherzige Atmosphäre und stellt die Freundschaft zwischen Karin und ihren Freundinnen Monika und Pia in den Mittelpunkt. Gemeinsam mit ihnen nimmt sie an einem Kochkurs unter der Leitung des zunächst schroffen, aber talentierten Spitzenkochs Henrik teil, gespielt von Peter Stormare. Stormare verleiht seiner Figur eine vielschichtige Tiefe, die von Zynismus bis zu verletzlicher Romantik reicht. Seine Chemie mit Marie Richardson als Karin verleiht der Geschichte einen emotionalen Kern, der die Zuschauer fesselt, ohne dabei zu melodramatisch zu werden.

Die Kochkurse, die in vielen Szenen des Films eine zentrale Rolle spielen, sind nicht nur der Rahmen für Karins persönliche Entwicklung, sondern auch visuell beeindruckend. Die gekonnt inszenierten Speisen, vor allem asiatisch inspirierte Gerichte, wecken sowohl den Appetit als auch die Neugier auf die Charakterentwicklungen. Regisseurin Appelin nutzt das Kochen als Metapher für das Leben – eine sinnliche und schöne Erfahrung, die sowohl Erfolge als auch Misserfolge beinhaltet.

Marie Richardson liefert in der Rolle der Karin eine solide schauspielerische Leistung ab. Sie verkörpert eine Frau, die aus den Trümmern ihrer Ehe aufsteht und sich selbst neu entdeckt. Ihre Darstellung ist glaubwürdig, auch wenn die emotionalen Momente teilweise etwas flach wirken. Die Interaktionen mit ihren Freundinnen, gespielt von Sussie Eriksson und Carina Johansson, verleihen dem Film eine angenehme Leichtigkeit und sorgen für humorvolle Momente.

Ein Kritikpunkt könnte die Vorhersehbarkeit der Handlung sein. Die klassischen Elemente einer „Coming-of-age“-Geschichte für eine ältere Frau sind zwar charmant erzählt, bieten jedoch wenig Überraschung. Das Drehbuch von Anna Fredriksson bleibt auf sicheren Bahnen und hätte an einigen Stellen durchaus tiefer in die Charakterentwicklung eintauchen können, insbesondere bei der Beziehung zwischen Karin und Henrik, die manchmal zu schnell voranschreitet.

Nichtsdestotrotz ist „Immer Wieder Dienstag“ ein unterhaltsamer und herzerwärmender Film, der vor allem durch seine liebenswürdigen Figuren und die malerischen Landschaftsaufnahmen punktet. Der Film feiert die zweite Lebenshälfte und zeigt, dass es nie zu spät ist, Träume zu verwirklichen – sei es in der Liebe oder im Beruf.

Der Film ist eine „okaye“ Wahl für einen entspannten Kinoabend, der durch seinen leichten Ton und die visuelle Ästhetik überzeugt, aber vielleicht nicht allzu lange im Gedächtnis bleibt. Wer jedoch Filme mag, die Herz und Humor vereinen, wird hier auf seine Kosten kommen​.

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