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My Secret Santa: Eine Verkleidung, die der Formel nicht entkommt

Alexandra Breckenridge trägt eine Mutter, die sich durch Weihnachten improvisiert. Vorhersehbare Beinahe-Enttarnungen lassen die stärkeren Identitätsthemen liegen.

My Secret Santa 🎄 A NETFLIX Love Story Wrapped in CHAOS
Thumbnail des ursprünglichen filmbuZZer-Videos.

Bei My Secret Santa ist sofort klar, in welche Richtung das geht: ein moderner Weihnachtsfilm, der sich eine klassische Verwechslungsidee schnappt und sie mit viel Lametta, Schnee und romantischem Druck auflädt. Ich bin da grundsätzlich offen, aber dieser Film macht es sich leider zu oft zu bequem.

Im Mittelpunkt steht Taylor, eine alleinerziehende Mutter, die kurz vor Weihnachten ihren Job verliert. Das allein ist ein solides emotionales Fundament. Geldsorgen, Verantwortung fürs Kind, der Wunsch, trotzdem ein schönes Fest zu ermöglichen. Das Problem ist nur: Der Film nutzt dieses Fundament mehr als Ausrede für die Handlung denn als echtes Thema. Um ihrer Tochter einen Aufenthalt in einem schicken Skiresort zu ermöglichen, nimmt Taylor dort einen Job an. Der Haken: Sie kommt nur rein, wenn sie sich als Weihnachtsmann ausgibt. Also erschafft sie die Kunstfigur „Hugh“, inklusive Bart, Stimme und senioriger Körperhaltung.

Das ist der Punkt, an dem der Film entweder eskalieren oder vertiefen müsste. Stattdessen entscheidet er sich für sicheres Mittelmaß. Die Verkleidung sorgt für ein paar harmlose Gags, aber selten für echte Komik. Vieles wirkt vorhersehbar, weil jede Szene nur darauf hinausläuft, dass die Tarnung fast auffliegt, dann aber doch irgendwie hält. Das kann man ein, zwei Mal machen. Hier wird es zur Dauerschleife.

Parallel dazu entwickelt sich die Romanze mit Matthew, einem der Resort-Verantwortlichen. Ryan Eggold bringt dafür durchaus Charme mit, keine Frage. Auch Alexandra Breckenridge trägt den Film mit sichtbarem Einsatz. Sie spielt Taylor nicht als Karikatur, sondern als Frau, die permanent improvisiert, lügt und sich dabei selbst verliert. Das ist einer der stärkeren Aspekte. Leider lässt das Drehbuch diese innere Zerrissenheit kaum wirken. Identität, Selbstwert und die Frage, warum man glaubt, nur in einer Maske liebenswert zu sein, bleiben angerissen, aber nie wirklich ausgearbeitet.

Auch die Nebenfiguren erfüllen meist nur eine Funktion: Stress erzeugen, Zeitdruck machen, den nächsten Konflikt anschieben. Wirkliche Dynamik oder Tiefe entsteht daraus nicht. Visuell ist das alles ordentlich. Das Resort sieht nach Weihnachtskatalog aus, Lichter, Schnee, Kaminromantik. Nett anzusehen, aber ohne eigene Handschrift.

Was mich am meisten stört, ist die emotionale Bequemlichkeit. Der Film will warmherzig sein, traut sich aber nicht, unbequem zu werden. Konflikte lösen sich schnell, Konsequenzen bleiben aus, und am Ende steht genau das Ende, das man von der ersten Viertelstunde an erwartet. Das ist nicht schlimm, aber eben auch nicht gut.

Unterm Strich lande ich bei vier von zehn Punkten. My Secret Santa ist kein Totalausfall, aber ein Film, der seine eigene Idee nicht ernst genug nimmt. Für nebenbei an einem Adventsabend reicht es vielleicht. Mehr bleibt davon leider nicht hängen.

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