Jeff Wadlows Survival-Thriller nimmt eine herrlich simple Ausgangslage: Fünf Freunde reisen nach Thailand, erkunden ein abgelegenes Höhlensystem und merken zu spät, dass sie dort nicht allein sind. Ein aggressiver Bullenhai hat nach schweren Unwettern seinen Weg in die überfluteten Gänge gefunden. Viel mehr braucht ein Film wie dieser eigentlich nicht – enge Räume, dunkles Wasser und möglichst wenig Platz zum Wegschwimmen.
Genau darin liegt zunächst die Stärke von Devil’s Mouth. Der Film verbindet den Tierhorror eines klassischen Hai-Thrillers mit der Klaustrophobie von The Descent. Die Höhle ist dabei fast interessanter als der Hai selbst. Orientierung geht verloren, Licht wird knapp, jede Bewegung kostet Kraft und aus einem Urlaubsausflug wird ein permanenter Stresstest. Das ist keine neue Idee – 47 Meters Down: Uncaged war schon sehr nah dran –, aber die Kombination funktioniert grundsätzlich. Der Hai selbst bleibt dabei eher ein Auslöser für Druck als eine wirklich markante Horrorfigur mit eigener Präsenz.
Wadlow versucht allerdings, mehr daraus zu machen als nur Menschen gegen Raubtier. Im Mittelpunkt stehen Sara und Max, gespielt von Kathryn Newton und Lana Condor. Ihre Freundschaft ist schon vor dem eigentlichen Überlebenskampf aus dem Gleichgewicht geraten: Max bestimmt, Sara fügt sich, und unter Druck wird aus dieser Dynamik ein echtes Problem. Das gibt dem Film zumindest einen emotionalen Kern. Newton trägt diese Ebene am überzeugendsten, weil Saras zunehmende Eigenständigkeit wesentlich interessanter ist als das übliche Warten auf den nächsten Angriff. Condor setzt dagegen bewusst auf eine anstrengende, dominante Energie, die Max zur Reibungsfläche der Gruppe macht.
Leider bleiben die übrigen Figuren deutlich blasser. Nico Hiraga, Gavin Casalegno und Tommi Rose bekommen vor allem die Aufgabe, die Gruppe zu vervollständigen und die Survival-Mechanik am Laufen zu halten. Dadurch werden manche Konflikte schnell vorhersehbar. Das Drehbuch von Aja Gabel und Myung Joh Wesner hat eine gute thematische Idee, entwickelt sie aber nicht konsequent genug. Gerade weil die Freundschaft zwischen Sara und Max spannender ist als viele Hai-Momente, fällt auf, wie oft der Film wieder in bekannte Genre-Muster zurückfällt.
Handwerklich wirkt das Ganze trotzdem ambitionierter als billiges Streaming-Futter. Gedreht wurde in Thailand, und die Arbeit im Wasser war für den Cast enorm aufwendig. Lana Condor berichtete von bis zu 13 Stunden täglich im Wasser, Gavin Casalegno sogar von 14. Diese körperliche Belastung passt zum Film, denn Devil’s Mouth lebt stärker von Enge, Erschöpfung und Orientierungslosigkeit als von spektakulären Monsterbildern.
Am Ende bleibt ein solider, aber erstaunlich austauschbarer Survival-Horror. Die Höhlenkulisse funktioniert, Newton und Condor geben dem Ganzen etwas Persönlichkeit, doch Spannung, Dialoge und Figurenzeichnung erreichen nie das Niveau der besseren Genrevertreter. Für einen unkomplizierten Filmabend reicht das, nachhaltig im Gedächtnis bleibt der Film kaum. Devil’s Mouth – Der Teufelsschlund bekommt deshalb 5,5 von 10 Punkten.
Den Film zu Hause ansehen
Prime Video
Die aktuellen Angebote und Konditionen findest du bei Prime Video.
Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Durch die Nutzung dieser Links entstehen dir keine zusätzlichen Kosten.
