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Parthenope: Schöne Bilder, ferne Gefühle

Paolo Sorrentinos Rückkehr nach Neapel berauscht visuell. Ihre Lebensgeschichte bleibt seltsam ungreifbar.

Parthenope ✨ Schönheit, Sehnsucht und der Zauber von Neapel
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Parthenope ist ein visuell opulentes Werk, das versucht, eine Lebensreise in Bilder zu fassen, dabei aber erzählerisch ins Straucheln gerät. Sorrentino kehrt mit diesem Film in seine Heimatstadt Neapel zurück, genauer gesagt in ein mythisch aufgeladenes Neapel der Erinnerungen, Träume und melancholischen Begegnungen. Im Mittelpunkt steht Parthenope Di Sangro, gespielt von Celeste Dalla Porta – eine Frau, deren Geschichte sich über mehrere Jahrzehnte erstreckt und deren Name zugleich auf die sagenhafte Sirene verweist, der Neapel einst seinen Namen verdankte.

Parthenope ist wunderschön, faszinierend, und das wissen auch die Männer um sie herum. Aber statt sich darauf reduzieren zu lassen, will sie mehr: mehr Leben, mehr Wissen, mehr Bedeutung. Sie beginnt ein Studium der Anthropologie, begegnet einem ebenso klugen wie schrägen Professor, gespielt von Silvio Orlando, und verbringt schließlich einen entscheidenden Sommer auf Capri, wo sie auf den amerikanischen Schriftsteller John Cheever trifft – eindrucksvoll verkörpert von Gary Oldman. Das klingt nach Stoff für große Gefühle und kluge Gedanken, aber genau hier beginnt das Problem des Films.

„Parthenope“ ist zweifellos eine Augenweide. Daria D'Antonios Kameraarbeit ist traumhaft schön, jedes Bild wirkt wie gemalt. Ob neapolitanische Gassen, die Weite des Meeres oder das Spiel von Licht und Schatten – man möchte sich förmlich in diesen Szenen verlieren. Auch der Soundtrack passt perfekt zu dieser visuellen Poesie. Aber: Der Film verlässt sich zu sehr auf seine Ästhetik und vernachlässigt darüber die emotionale und narrative Tiefe.

Parthenope selbst bleibt seltsam ungreifbar. Sie ist da, sie strahlt, sie beobachtet – aber was sie wirklich fühlt, was sie antreibt, bleibt oft vage. Ihre Entwicklung zieht sich durch fast siebzig Jahre, aber vieles bleibt nur angedeutet. Die Nebenfiguren, obwohl von starken Darstellern gespielt, dienen oft eher als dekorative Begegnungen denn als echte Beziehungspunkte.

Celeste Dalla Porta spielt ihre erste große Rolle mit Eleganz und Präsenz, das muss man ihr lassen. Sie trägt die Szenen, in denen der Film überhaupt greifbar wird. Gary Oldman liefert ein kurzes, aber prägnantes Gastspiel, das dem Film für einen Moment Tiefe verleiht, bevor er wieder in seine eigene stilisierte Traumwelt abdriftet.

Sorrentino will mit „Parthenope“ viel – über Schönheit, Alter, Weiblichkeit und Erinnerung erzählen. Aber vieles davon bleibt Behauptung statt Erkenntnis. Der Film ist weniger ein Drama als eine Sammlung von Stimmungen. Und so bleibt ein visuell berauschender, aber inhaltlich enttäuschender Film. Er berührt nicht, er zeigt. Und das reicht nicht.

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