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Dora auf der Suche nach Sol Dorado: Erwachsener werden, ohne den Spaß zu verlieren

Samantha Lorraine gibt Dora Energie und Unsicherheit. Teamgeist und Wärme gleichen manche dünne Nebenfigur in diesem Familienabenteuer aus.

Dora auf der Suche nach Sol Dorado 🐒 Eine Reise voller Geheimnisse
Thumbnail des ursprünglichen filmbuZZer-Videos.

dieser Film ist definitiv mehr als nur eine Fortsetzung der Cartoon-Serie. Er ist ein vollwertiges Abenteuer mit Herz, Humor und überraschend viel Seele. Klar, er richtet sich an ein jüngeres Publikum, aber wer ein Herz für Schatzsuchen, Dschungelrätsel und Coming-of-Age-Momente hat, wird hier ziemlich gut bedient.

Die Geschichte beginnt mit einem Verlust – und zwar emotional und ganz wortwörtlich: Dora verliert ihre Karte. Und wer Dora kennt, weiß, was das bedeutet. Das ist nicht nur ein Plotkniff, das ist ein Symbol. Denn diesmal geht es um mehr als nur den Weg durch den Dschungel. Es geht um Selbstfindung. Dora ist älter, sie zweifelt, hinterfragt, trifft Entscheidungen, die nicht immer richtig sind. Das ist neu. Das ist gut. Die Figur bekommt mehr Tiefe, bleibt aber dabei charmant und optimistisch wie eh und je.

Samantha Lorraine verkörpert diese „neue“ Dora sehr überzeugend. Sie hat den Drive, die Energie, aber auch die Unsicherheit, die eine Sechzehnjährige eben mitbringt. Man nimmt ihr den Konflikt ab, man fiebert mit. Jacob Rodriguez als Diego ergänzt das gut – ruhiger, überlegter, fast schon der Vernünftige im Duo. Die beiden zusammen tragen den Film, ohne dass es künstlich wirkt. Boots ist auch wieder dabei – animiert, aber angenehm zurückgenommen. Und: Er redet. Die Stimme passt, die Gags sitzen meistens, und er nervt nicht. Ein klarer Pluspunkt.

Die Regie von Alberto Belli weiß, was sie tut. Das Tempo ist hoch, die Schauplätze wechseln flott, es gibt Action, Rätsel, Falltüren, unterirdische Gänge, geheimnisvolle Artefakte – alles, was man sich von einem Abenteuerfilm wünscht. Natürlich ist das kein Indiana Jones, aber das will der Film auch gar nicht sein. Stattdessen orientiert er sich eher an Formaten wie Die Goonies – viel Herz, viel Teamgeist, ein bisschen Chaos, aber nie zu düster oder zu brutal.

Visuell funktioniert das alles gut. Der Dschungel ist bunt, aber nicht überdreht, die Effekte sind ordentlich, das Setdesign einfallsreich. Es gibt ein paar Momente, in denen das CGI etwas zu offensichtlich wirkt, aber das fällt im Gesamtkontext nicht weiter negativ auf. Der Film hat eine warme Grundstimmung, die man nicht unterschätzen sollte – gerade für ein Familienpublikum ein echter Pluspunkt.

Was nicht ganz aufgeht, ist die Tiefe mancher Nebenfiguren. Antagonistin Camila zum Beispiel bleibt blass – ihr Konflikt mit Dora hätte stärker ausgebaut werden können. Auch manche Themen, etwa kulturelle Identität oder Umweltzerstörung, werden nur kurz angerissen, statt wirklich erzählt. Hier verschenkt der Film Potenzial, gerade weil er sich ja klar im südamerikanischen Raum verortet.

Trotzdem: Als Familienfilm macht Dora auf der Suche nach Sol Dorado sehr viel richtig. Er ist unterhaltsam, witzig, gelegentlich sogar berührend. Nicht jeder Gag zündet, nicht jede Szene ist perfekt, aber der Film hat ein Herz – und das zählt. Ich gebe dem Ganzen dreieinhalb von fünf Punkten. Wer Dora kennt und mag, wird sich freuen, wie sie hier erwachsener, aber nicht ernster geworden ist. Und wer ein bisschen Leichtigkeit und Abenteuer sucht, kann sich diesen Trip durch den Dschungel ohne Bedenken gönnen.

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