Die Reihe bleibt ein sicherer Wert für Familienkino – auch wenn der vierte Teil spürbar auf Nummer sicher geht und kaum neue Impulse setzt.
Die Handlung ist schnell erzählt: Ida, erneut gespielt von Emilia Maier, bekommt Besuch von ihrer Freundin Miriam, dargestellt von Tomomi Themann. Die zieht für ein paar Monate bei Ida ein und besucht gemeinsam mit ihr die Winterstein-Schule – allerdings ohne zu wissen, dass dort magische Tiere im Spiel sind. Diese können sprechen, aber nur mit dem Kind, dem sie zugewiesen sind. Eine Grundidee, die auch im vierten Teil wieder das Herzstück bildet.
Miriam bekommt als neue Schülerin den frechen Koboldmaki Fitzgeraldo zur Seite gestellt, während Max – ein Schüler aus Idas Klasse – die kluge Eule Muriel erhält. Beide Tiere bringen neuen Schwung in die Klasse, aber vor allem auch neue Aufgaben. Denn die Winterstein-Schule steht vor einem großen Problem: Sie soll geschlossen werden, weil sich zu wenige neue Schüler anmelden. Die Rettung soll eine Schul-Challenge bringen – ein Wettbewerb zwischen Schulen, bei dem sich entscheidet, wer bestehen darf und wer nicht.
Die Challenge liefert eine ordentliche Portion Spannung, auch wenn manche Aufgaben etwas beliebig wirken. Dafür greifen andere Ebenen des Films besser. Miriams Hintergrundgeschichte zum Beispiel – dass sie an ihrer alten Schule wegen einer Leseschwäche gemobbt wurde – bringt echte emotionale Tiefe. Ihre Beziehung zu Fitzgeraldo, der sie unterstützt, ist glaubwürdig und warmherzig inszeniert. Das ist keine große filmische Offenbarung, aber es funktioniert.
Auch Max, gespielt von Loris Sichrovsky, erhält etwas mehr Profil, vor allem durch seine Annäherung an Leonie. Die Eule Muriel beobachtet ihn dabei mit einem Hauch ironischer Weisheit, was zu einigen der charmantesten Momente des Films führt.
Was allerdings auffällt: Viele Figuren bleiben auf vorhersehbaren Bahnen. Ida ist wieder die verlässliche Sympathieträgerin, Miriam das verletzliche Neuzugang-Mädchen, Torben – gespielt von Philip Müller – wird als Gegenspieler eingeführt, der die Schul-Challenge zu sabotieren versucht. Die Rollen funktionieren, aber entwickeln sich kaum weiter. Das wirkt mittlerweile etwas ausgeleiert.
Visuell hat sich der Film in Teilen verbessert. Die Animationen der magischen Tiere wirken feiner abgestimmt als in den Vorgängern, besonders Fitzgeraldo überzeugt mit Mimik und Timing. Muriel hingegen bleibt etwas steifer in der Darstellung, was wohl auch an der zurückhaltenden Persönlichkeit der Figur liegt.
Inszeniert wurde der Film erstmals nicht von Gregor Schnitzler, sondern von Bernhard Jasper, der bereits die Kameraarbeit bei Teil zwei und drei verantwortete, gemeinsam mit Maggie Peren, die auch am Drehbuch mitgeschrieben hat. Das tut dem Film grundsätzlich gut, auch wenn das Regie-Duo keinen radikal neuen Ton anschlägt.
Die Schule der magischen Tiere vier ist ein typischer Vertreter der Reihe: einfühlsam, unterhaltsam, pädagogisch wertvoll – aber auch formelhaft. Die Themen Freundschaft, Ausgrenzung, Mut und Zusammenhalt bleiben zentral, werden aber mit der bekannten Mischung aus Humor und Harmonie abgehandelt, ohne größere Überraschungen.
Ich gebe sechs von zehn Punkten. Für Kinder ab sechs Jahren ist das weiterhin beste Unterhaltung. Für alle anderen: solide Kost mit bekannten Zutaten, aber wenig echter Magie. Wer die Reihe liebt, wird sich gut aufgehoben fühlen. Wer auf frischen Wind gehofft hat, wartet weiter.
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