Tim Burtons Beetlejuice Beetlejuice bringt Michael Keaton zurück in die ikonische Rolle des schelmischen Geistes Betelgeuse, und Winona Ryder kehrt als Lydia Deetz zurück. Doch während diese „Legacy-Fortsetzung“ nostalgische Momente bietet, lässt sie in manchen Aspekten zu wünschen übrig.
Die Handlung dreht sich um Lydia, die inzwischen ein erfolgreiches Medium ist. Sie kehrt nach dem Tod ihres Vaters in ihre Heimatstadt zurück, begleitet von ihrer Tochter Astrid (gespielt von Jenna Ortega). Gemeinsam geraten sie erneut in Kontakt mit der Geisterwelt und rufen unwissentlich Betelgeuse herbei. Der Film spielt geschickt mit düsteren und komödiantischen Elementen, doch die überfrachtete Handlung – mit gleich mehreren parallelen Erzählsträngen – wirkt überladen und unstrukturiert.
Ein Highlight des Films ist zweifelsohne Michael Keaton, dessen energiegeladene Performance das chaotische Geschehen zusammenhält. Keaton versteht es, den anarchischen Geist mit einem skurrilen, aber liebenswerten Charme zu verkörpern. Doch gerade in der zweiten Hälfte verliert der Film an narrativer Kohärenz, da er sich zu sehr auf visuelle Effekte und schräge Gags verlässt, anstatt die Charaktere und ihre Entwicklung in den Vordergrund zu rücken. Dies erinnert stark an Burtons frühere Arbeiten wie „Pee-wee’s Big Adventure“, doch ohne den gleichen erzählerischen Fokus, den man von den besten Werken des Regisseurs gewohnt ist.
Was „Beetlejuice Beetlejuice“ visuell auszeichnet, ist Burtons unverwechselbarer Stil: bizarre, gotische Sets und lebhafte, surreale Bildsprache. Unterstützt von Danny Elfmans markanter Musik, die wie gewohnt eine düstere, aber spielerische Atmosphäre schafft, liefert der Film zumindest ästhetisch das, was man von einer Burton-Produktion erwartet. Dennoch fühlt sich das Ganze streckenweise wie ein überfrachtetes Durcheinander an, das mehr auf spektakuläre Einzelmomente setzt als auf eine kohärente Geschichte.
Die schauspielerischen Leistungen sind insgesamt solide, insbesondere die Interaktion zwischen Ryder und Ortega, die die Dynamik zwischen Mutter und Tochter glaubhaft darstellen. Dennoch bleibt die emotionale Tiefe der Charaktere oberflächlich, da der Film es verpasst, wirklich in ihre Beziehungen einzutauchen. In Bezug auf die Regie zeigt Burton zwar Ansätze seiner früheren Genialität, doch er verlässt sich zu sehr auf schräge Slapstick-Momente und verliert das Gleichgewicht zwischen Humor und Herz.
„Beetlejuice Beetlejuice“ ist somit eine Fortsetzung, die viele Fans des Originals sicherlich zufriedenstellen wird – besonders wegen der Rückkehr von Keaton und Ryder – aber nicht die gleiche Tiefe oder den Charme erreicht, der das Original zu einem Klassiker machte. Letztendlich bleibt der Film ein unterhaltsamer, wenn auch chaotischer Spaß, der das Publikum zum Lachen bringt, jedoch ohne eine tiefere emotionale Resonanz.
