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Together – Unzertrennlich (2025): Kritik

Ich hatte gewisse Erwartungen an diesen Film, weil er auf dem Sundance Festival schon früh für Aufsehen gesorgt hat.

Together 🎭 Wenn Nähe plötzlich unerträglich wird
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Ich hatte gewisse Erwartungen an diesen Film, weil er auf dem Sundance Festival schon früh für Aufsehen gesorgt hat. Und ich kann sagen: das Ding ist abgefahren, aber nicht um des Schocks willen – sondern weil es etwas erzählt, das viele Filme gar nicht erst versuchen. Es geht um Nähe. Um zu viel Nähe. Und was passiert, wenn zwei Menschen wortwörtlich nicht mehr voneinander loskommen.

Im Zentrum stehen Millie und Tim, ein Paar, das seit fast zehn Jahren zusammen ist. Sie ziehen aufs Land, er will Musik machen, sie wird Lehrerin. Der Anfang wirkt fast harmlos, fast wie eine typische Beziehungsdramedy – bis die beiden in einer Höhle ausrutschen, dort Wasser trinken, und am nächsten Morgen an den Beinen miteinander verbunden aufwachen. Kein Traum, kein Gag, sondern Realität. Von da an beginnt eine Mischung aus Body Horror, grotesker Romantik, Beziehungssatire und psychologischem Kammerspiel. Und ich saß da und dachte: Genau so fühlt sich manchmal emotionale Abhängigkeit an.

Alison Brie und Dave Franco tragen diesen Film mit einer Intensität, die wehtut. Ihre Chemie ist spürbar, und das liegt nicht nur daran, dass sie im echten Leben verheiratet sind. Sie spielen nicht nur ein Paar, sie leben diese Dysfunktion. Was bei anderen kitschig wirken würde – diese körperliche Verschmelzung – funktioniert bei ihnen als tragische Konsequenz einer Beziehung, in der keiner allein sein will, aber auch keiner mit dem anderen leben kann. Es gibt Szenen, da lacht man aus Verzweiflung, weil die Absurdität so nah an der Realität kratzt. Und dann wieder trifft einen ein Satz oder ein Blick wie ein Schlag.

Was mich besonders überzeugt hat, ist die Konsequenz, mit der der Film seine Prämisse durchzieht. Der Horror entsteht nicht aus Monstern, sondern aus der Intimität selbst. Da wird ein gemeinsamer Toilettengang plötzlich zur Beziehungsprobe, und ein Quickie auf der Schultoilette eskaliert in ein medizinisches Desaster. Es ist eklig, lustig, verstörend – aber immer menschlich. Der Film verliert dabei nie das Gefühl für seine Figuren.

Michael Shanks gibt hier sein Regiedebüt, und das merkt man – im besten Sinne. Er traut sich was. Die Kamera bleibt oft lange auf den Gesichtern, wenn es unangenehm wird. Der Schnitt lässt Szenen atmen. Die Musik ist sparsam, oft gar nicht da, aber wenn sie kommt, sitzt sie. Die Effekte sind handgemacht, kein CGI-Overkill. Das alles wirkt roh, fast schon indiehaft, aber gerade dadurch bekommt der Film seine Glaubwürdigkeit.

Natürlich gibt’s auch Schwächen. Im letzten Drittel wird die Handlung etwas überladen – es gibt Rückblenden, ein paar erklärende Dialoge, die den Zauber der ersten Stunde etwas verwässern. Auch der Nebencharakter Jamie hätte mehr Tiefe verdient. Aber das sind keine gravierenden Brüche. Es bleibt ein starker Film, weil er emotional ehrlich ist. Und weil er sich nicht davor scheut, unangenehm zu sein.

Für mich ist Together – Unzertrennlich einer dieser Filme, die lange nachhallen. Er hat mich nicht umgehauen im klassischen Sinn, aber er hat mich erwischt. Weil er etwas erzählt, das man nicht oft sieht: dass Liebe nicht immer heilend ist. Dass sie auch einsperren kann. Ich gebe 7/10. Wer mal etwas anderes sehen will als den nächsten glattgebügelten Beziehungsfilm oder den üblichen Horror-Schocker, sollte sich auf dieses Erlebnis einlassen. Es ist nicht bequem. Aber genau das macht’s stark.

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