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Ad Vitam: Starke Action, schwächere Zusammenhänge

Guillaume Canet und Stéphane Caillard geben dem vertrauten Thriller Gewicht. Unklare Übergänge schwächen die Verschwörung.

Ad Vitam 🔒 wenn die Vergangenheit dein Leben jagt
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Unter der Regie von Rodolphe Lauga erzählt der Film die Geschichte von Franck Lazarev, einem ehemaligen Mitglied der französischen Eliteeinheit GIGN, dessen ruhiges Leben durch die Entführung seiner Frau Léo zerstört wird. Was zunächst wie ein persönliches Drama beginnt, entfaltet sich schnell zu einer weitreichenden Verschwörung, die Franck tiefer in die Abgründe staatlicher Machtstrukturen zieht, als ihm lieb ist.

Die Handlung des Films orientiert sich an klassischen Mustern des Action-Genres. Franck wird gezwungen, seine militärischen Fähigkeiten erneut einzusetzen, während er gleichzeitig mit seiner familiären Verantwortung kämpft. Die Parallelen zu Filmen wie "96 Hours – Taken" oder der "Bourne"-Reihe sind offensichtlich und verleihen "Ad Vitam" eine gewisse Vertrautheit. Leider führt dies auch zu einer Vorhersehbarkeit, die den Film in den entscheidenden Momenten etwas schwächt.

Guillaume Canet überzeugt in der Rolle des Franck. Seine Darstellung eines Mannes, der zwischen der Notwendigkeit, Gewalt anzuwenden, und seiner tiefen emotionalen Bindung zu seiner Frau zerrissen ist, verleiht der Figur Glaubwürdigkeit und Tiefe. Auch Stéphane Caillard als Léo hinterlässt Eindruck. Besonders in den Szenen, in denen sie gezwungen ist, sich selbst zu verteidigen, bringt sie eine überzeugende Mischung aus Stärke und Verletzlichkeit auf die Leinwand. Die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern trägt wesentlich dazu bei, das Publikum emotional in die Geschichte zu ziehen.

Ein Highlight des Films sind die hervorragend inszenierten Action-Sequenzen. Besonders die Verfolgungsjagden über die Dächer von Paris sind ein visuelles Spektakel. Die dynamische Kameraführung und die beeindruckende Choreografie dieser Szenen zeigen Rodolphe Lauga als Regisseur von Format. Doch trotz dieser Höhepunkte lässt die narrative Struktur des Films zu wünschen übrig. Die Übergänge zwischen den Zeitebenen sind nicht immer klar, und die Motivation der Antagonisten bleibt vage. Dies erschwert es, in die komplexeren Ebenen der Geschichte einzutauchen.

Ein weiterer Schwachpunkt ist die vorhersehbare Handlung. Viele Wendungen sind in ähnlicher Form bereits in anderen Filmen des Genres zu finden und bieten wenig Überraschung. Nebenhandlungen werden eingeführt, aber nicht ausreichend weiterentwickelt, was den Erzählfluss stört und den Fokus der Geschichte verwässert.

Trotz dieser Schwächen bietet "Ad Vitam" solide Unterhaltung. Die starken schauspielerischen Leistungen, die spektakuläre Action und die emotionale Bindung zwischen den Charakteren heben den Film über den Durchschnitt hinaus. Wer jedoch nach innovativen Ansätzen oder einer tiefgründigen Geschichte sucht, könnte enttäuscht werden.

"Ad Vitam" ist ein handwerklich gut gemachter Action-Thriller, der sich nicht scheut, bekannte Muster zu bedienen, ohne diese jedoch neu zu definieren. Für einen spannenden Filmabend ist er allemal geeignet, insbesondere für Liebhaber klassischer Action-Kost.

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