Ein vertrautes Ritual gerät ins Wanken
Drei langjährig befreundete Paare treffen sich jedes Quartal zu einem gemeinsamen Urlaub. Als Nick sich von Anne trennt und eine jüngere Partnerin in die Gruppe bringt, verändert das nicht nur eine einzelne Beziehung. Auch die Freunde müssen neu bestimmen, wie sie miteinander umgehen.
Die achtteilige erste Staffel begleitet die Gruppe durch ein Jahr. Ihre wechselnden Urlaubsorte und Vivaldis Musik geben der jahreszeitlichen Struktur einen eleganten Rahmen. Dahinter steht aber keine bloße Postkartenfolge: Die gemeinsamen Auszeiten bringen Spannungen zum Vorschein, die im Alltag leichter verdrängt werden.
Ein Ensemble mit Gefühl für Brüche
Tina Fey und Will Forte funktionieren als Kate und Jack mit sarkastischer Reibung. Steve Carell und Kerri Kenney-Silver geben der Trennung von Nick und Anne Tiefe, ohne sie in reine Bitterkeit oder großes Pathos aufzulösen. Colman Domingo und Marco Calvani ergänzen die Gruppe als Danny und Claude.
Mir gefällt besonders, wie empathisch die Serie mit Beziehungsermüdung, Eifersucht und dem Wunsch nach Veränderung umgeht. Der Humor entsteht aus Situationen und dem Verhalten der Figuren. Gerade die Gespräche zwischen Carell und Kenney-Silver treffen einen nachvollziehbaren Ton für einen Bruch nach vielen gemeinsamen Jahren.
Fazit
The Four Seasons ist für mich ein Highlight unter den Serienstarts von 2025: warmherzig, gut gespielt und aufmerksam für zwischenmenschliche Konflikte. Die erste Staffel verbindet ruhiges Beziehungsdrama mit feinem Humor und einer ansprechenden Gestaltung. Wer gut beobachtete Geschichten über langjährige Freundschaften und Partnerschaften mag, findet hier viel.
