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Made in Germany: Zugehörigkeit zwischen verschiedenen Erwartungen

Frische Darsteller geben dem Sechsteiler Wahrhaftigkeit. Manche Konflikte brauchen mehr Raum, als die Folgen bieten.

Made in Germany 🇩🇪 Wie fühlt sich zweite Generation in Berlin an?
Thumbnail des ursprünglichen filmbuZZer-Videos.

Made in Germany stellt einen bedeutenden Beitrag zur deutschen TV-Landschaft dar. In sechs Episoden beleuchtet die Serie das Leben junger Menschen mit Migrationshintergrund, die in Berlin geboren und aufgewachsen sind. Die Serie handelt von der Suche nach Identität, der Balance zwischen familiären Erwartungen und der Realität eines modernen, urbanen Lebens, in dem sie mit Vorurteilen und Rassismus konfrontiert werden.

Die Handlung kreist um sechs junge Berliner:innen: Ani, Coumba, Jamila, Mo, Zehra und Nikki. Jede Episode fokussiert sich auf eine der Figuren, was es ermöglicht, tiefer in die individuellen Herausforderungen und Konflikte einzutauchen. Ani, die sich für ihren vietnamesischen Vater schämt, und Coumba, die als Schwarze Influencerin mit einem Kopftuch gegen Stereotype kämpft, sind nur zwei Beispiele für die komplexen Themen der Serie. Diese Geschichten reflektieren die Schwierigkeiten und Spannungen, die zwischen den Erwartungen der Eltern und der Gesellschaft liegen. Gleichzeitig zeigen sie den inneren Zwiespalt, sich in einer Umgebung, die von ständigen kulturellen Widersprüchen geprägt ist, selbst zu definieren.

Eine der herausragenden Qualitäten der Serie ist ihre Authentizität. Der Cast setzt sich zum Großteil aus Laiendarsteller zusammen, die durch Community-Castings gefunden wurden. Besonders Maria Mai Rohmann als Ani und Vanessa Yeboah als Coumba liefern bemerkenswerte Leistungen ab, die ihre Figuren auf eine realistische und bewegende Weise zum Leben erwecken. Diese frischen Gesichter tragen wesentlich dazu bei, dass die Serie nahbar und unverfälscht wirkt​.

In Bezug auf die technische Umsetzung fällt auf, dass die Serie eher zurückhaltend inszeniert ist. Die Kameraarbeit und der Schnitt unterstützen die Erzählung funktional, doch sie heben sich nicht besonders hervor. Dies könnte eine bewusste Entscheidung gewesen sein, um den Fokus auf die emotionalen Erzählungen der Protagonisten zu legen. Ein Pluspunkt ist die atmosphärische Musik von Franziska May, die die Szenen gefühlvoll untermalt.

Dennoch weist Made in Germany Schwächen auf. Manche der Konflikte und inneren Kämpfe der Charaktere wirken etwas zu schnell gelöst, was die emotionale Tiefe in einigen Momenten schmälert. Die Serie kratzt oft nur an der Oberfläche der tief verwurzelten, intersektionalen Themen wie Rassismus, kulturelle Zugehörigkeit und familiäre Traditionen, die mehr Raum zur Entfaltung verdient hätten.

Made in Germany ist eine sehenswerte Serie, die wichtige Themen anspricht, die sonst selten im deutschen Fernsehen zu sehen sind. Trotz kleinerer Schwächen in der narrativen Tiefe bietet die Serie authentische Einblicke in die Lebenswelten junger Menschen, die sich in einer Gesellschaft, die oft zwischen Tradition und Moderne hin- und hergerissen ist, behaupten müssen.

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