Die gelungenen Ausnahmen
Die vierte Sammlung bleibt eine mutige Verbindung aus Animation, Science-Fiction, Fantasy und Horror. Ihre stärksten Beiträge zeigen, wie viel Atmosphäre in eine kurze Form passt. How Zeke Got Religion verbindet Krieg und Übernatürliches zu einem finsteren, kraftvoll inszenierten Trip; Musik, Licht und Timing greifen für mich überzeugend ineinander.
400 Boys fällt durch seinen eigenen Animationsstil und die dichte, beinahe meditative Stimmung auf. For He Can Creep gefällt mir als schrullige, poetische Fantasygeschichte um einen Dichter und seine Katze. Gerade diese Beiträge machen deutlich, dass die Serie weiterhin kreative Möglichkeiten besitzt.
Stil allein reicht nicht
Auf der anderen Seite wirkt das Marionetten-Musikvideo Can’t Stop auf mich zwar visuell interessant, aber erzählerisch ziellos. Spider Rose enttäuscht mich durch eine zu flache und vorhersehbare Geschichte. Eine große Ausgangsidee und eindrucksvolle Bilder ersetzen eben noch keine überzeugende Entwicklung.
Auch Golgotha, ein Realfilmbeitrag um einen Priester und einen messianischen Delfin, erreicht für mich nicht die Wirkung seiner schrägen Prämisse. Die Unterschiede zwischen den Kurzfilmen gehören zum Anthologieformat. Diesmal ist der Abstand zwischen faszinierenden Einfällen und inhaltlich schwächeren Beiträgen allerdings besonders deutlich.
Fazit
Volume 4 bestätigt für mich die künstlerische Neugier von Love, Death & Robots, aber auch ihre Unbeständigkeit. Die Gestaltung bleibt häufig beeindruckend; das Erzählen hält nicht durchgehend mit. Fans finden bemerkenswerte Kurzfilme, nur weniger als erhofft. Ich würde die starken Beiträge empfehlen, ohne die ganze Sammlung auf deren Niveau zu heben.
