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The Thursday Murder Club: Ein gemütlicher Krimi mit starkem Ensemble

Helen Mirren, Pierce Brosnan, Ben Kingsley und Celia Imrie liefern Herz und Witz. Der eigentliche Kriminalfall macht es sich dagegen recht bequem.

THE THURSDAY MURDER CLUB 🕵️‍♀️ Der wohl CHARMANTESTE KRIMI 2025
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Der Netflix-Film The Thursday Murder Club basiert auf dem gleichnamigen Roman von Richard Osman. Und was soll ich sagen – dieser Film ist wie ein cremiger Earl Grey mit einem Schuss Brandy: warm, vertraut, charmant, aber mit mehr Pfeffer, als man ihm auf den ersten Blick zutrauen würde.

Die Geschichte spielt in der gepflegten Seniorenresidenz Coopers Chase irgendwo im ländlichen England. Hier treffen sich Elizabeth, Ron, Ibrahim und Joyce – allesamt im besten Rentenalter – jeden Donnerstag, um ungelöste Kriminalfälle zu diskutieren. Was als gemütliche Gedächtnisübung beginnt, wird plötzlich ernst, als tatsächlich jemand in ihrer Nähe ermordet wird. Und das ist nur der Anfang. Die Mordserie zieht sich tiefer in ihre Gemeinschaft hinein, als es zunächst scheint – und die vier Hobbydetektive setzen alles daran, dem Täter auf die Spur zu kommen.

Die Stärke des Films liegt klar im Ensemble. Helen Mirren als Elizabeth bringt eine fast unheimliche Ruhe mit, hinter der sich jede Menge Intelligenz und eine gewisse Kühle verbirgt. Pierce Brosnan als Ron ist der laute, leicht polternde, aber extrem loyale Part in der Runde. Ben Kingsley spielt Ibrahim mit einer Sensibilität, die dem Film eine melancholische Tiefe verleiht, und Celia Imrie ist als Joyce einfach zum Knuddeln – warmherzig, witzig und oft die Figur, über die wir als Publikum wirklich einsteigen.

Die Chemie zwischen diesen vier funktioniert hervorragend. Man nimmt ihnen jede Geste, jeden Blick ab. Und das ist auch wichtig, denn rein vom Plot her reißt der Film keine Bäume aus. Die Auflösung hängt an ein paar recht bequemen Zufällen, und wenn man ehrlich ist, ist die Spannung eher moderat. Aber genau das macht auch den Charme aus: Der Film ist kein Hochglanz-Thriller, sondern ein gemütlicher Krimi, wie ein gutes britisches Pub – nicht besonders aufregend, aber genau das Richtige für einen entspannten Abend.

Regisseur Chris Columbus bleibt stilistisch auf sicherem Terrain. Keine wilden Kamerafahrten, keine Spielereien – dafür sauber inszenierte Bilder, liebevolle Details und ein Blick für Zwischenmenschliches. Coopers Chase sieht aus wie ein Ort, an dem man tatsächlich alt werden möchte, die Ausstattung ist edel, fast märchenhaft. Musikalisch bleibt alles dezent und stimmig, mit einem Score, der unterstützt, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.

Was mir allerdings fehlt, ist ein gewisses Maß an Biss. Der Film kratzt Themen wie Altersdiskriminierung, Einsamkeit oder Vergänglichkeit zwar an, aber er scheut davor zurück, wirklich unbequem zu werden. Es bleibt alles angenehm, fast zu angenehm. Ein bisschen mehr Mut hätte dem Drehbuch gutgetan – sowohl inhaltlich als auch in der Figurenzeichnung. Einige Nebencharaktere sind bloß Mittel zum Zweck und verschwinden genauso schnell wieder, wie sie auftauchen.

Trotzdem – und das sage ich ganz bewusst – habe ich mich durchweg gut unterhalten gefühlt. Das liegt vor allem daran, dass der Film mit Herz und Wärme erzählt ist. Die Figuren sind Menschen, keine Karikaturen, und das allein hebt ihn schon von vielen vergleichbaren Produktionen ab. Die Mischung aus sanftem Humor, leiser Melancholie und einer Prise Rätselspaß funktioniert. Er ist vielleicht nicht clever, aber charmant – und das ist mir manchmal lieber.

Ich würde The Thursday Murder Club mit dreieinhalb von fünf Sternen bewerten. Kein Must-See, aber definitiv ein Feelgood-Film, der mit Würde altert – genau wie seine Hauptfiguren. Wer sich auf diesen gemütlichen, teils schrulligen Ton einlässt, bekommt einen liebevoll gemachten Krimi, der nicht unter die Haut geht, aber ins Herz trifft.

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