Ein Morgen ohne verlässliche Erinnerung
Nach einer Achtzigerjahre-Party wird die junge Nora tot aufgefunden. Die Erinnerungen möglicher Zeugen sind wenig hilfreich. Eva Spreitzhofer lässt das Münchner Ermittlerteam durch einen Fall gehen, in dem Nostalgie, Erinnerung und Lebenslügen ebenso wichtig werden wie klare Spuren.
Die Verbindungen zum damaligen Münchner Nachtleben und zu Freddie Mercury erlauben eigentümliche Assoziationen. Nicht jeder dieser Wege funktioniert gleich gut. Die Geschichte passt aber zum eigenwilligen Ton der Reihe, deren Reiz sich nicht allein aus einer lückenlosen Ermittlung ergibt.
Das Team hält die Geschichte zusammen
Alexander Held gibt Schaller seine unverwechselbar ruhige, seltsame Präsenz. Bernadette Heerwagen bringt Flierls psychologische Aufmerksamkeit ein; Marcus Mittermeiers Neuhauser bleibt praktischer veranlagt. Blicke, kleine Spitzen und die vertraute Dynamik geben den Begegnungen Leben.
Eva Karl Faltermeier setzt als neue Vorgesetzte Linda Hösl einen erfreulich bodenständigen Akzent. Ihre Reibung mit dem Team erzeugt frische Situationen, ohne dessen Grundstruktur zu ersetzen. Unter der schrägen Oberfläche liegt eine Melancholie, die der Geschichte mehr Gewicht gibt als ihre gelegentlich chaotischen Verzweigungen.
Fazit
Die Stadt, die es nicht gibt überzeugt vor allem durch die Figuren und ihr Zusammenspiel. Der Fall nimmt einige Umwege, die nicht gleichermaßen tragen, bleibt aber mit dem besonderen Charakter von München Mord verbunden. Skurrilität, leise Gefühle und die starke Besetzung ergeben einen gelungenen Fernsehkrimi mit 7,5 von 10 Punkten.
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