Riff Raff ist ein Film, der irgendwie charmant, aber letztlich doch nicht ganz rund geworden ist. Dabei bringt die Krimikomödie von Regisseur Dito Montiel eigentlich viel Potenzial mit – zumindest auf dem Papier. Vincent, gespielt von Ed Harris, hat sein früheres Leben als Krimineller längst hinter sich gelassen und lebt ein ruhiges, fast schon langweiliges Dasein. Doch als plötzlich seine Familie auftaucht, wird sein Alltag gründlich auf den Kopf gestellt. Denn seine Angehörigen sind nicht nur chaotisch, sondern ziehen ihn prompt wieder in allerlei dubiose Machenschaften hinein.
Die Geschichte ist im Kern nichts bahnbrechend Neues, doch die Umsetzung hat einige interessante Ansätze. Allen voran punktet der Film durch seine exzentrischen Charaktere. Jennifer Coolidge, bekannt für ihre schrulligen Figuren, liefert hier eine großartige Performance ab. Ihr Charakter sorgt mit schrägen Dialogen und ausgefallenem Verhalten immer wieder für Lacher. Ebenso gelungen sind die Auftritte von Ed Harris und Bill Murray, die beide dem Film mit ihrer unverwechselbaren Präsenz mehr Gewicht verleihen. Harris glänzt mit seinem gewohnt souveränen Auftreten, während Murray mit trockenem Humor und subtiler Melancholie wieder einmal zeigt, dass er auch in Nebenrollen nachhaltig Eindruck hinterlassen kann.
Trotz des starken Casts schafft es Montiel leider nicht, sich klar für eine Richtung zu entscheiden. Der Film schwankt ständig zwischen humorvoller Krimikomödie und ernsthaftem Familiendrama hin und her, was ihn etwas unausgewogen macht. Einige Szenen fühlen sich dadurch an, als wären sie aus unterschiedlichen Drehbüchern zusammengefügt worden. Das sorgt zwar gelegentlich für überraschende Momente, erschwert es aber, emotional wirklich involviert zu bleiben. Genau diese Unentschlossenheit verhindert, dass „Riff Raff“ richtig Fahrt aufnehmen kann.
Die visuelle Inszenierung ist ebenfalls eher durchschnittlich ausgefallen. Montiel verlässt sich stark auf konventionelle Kameraeinstellungen und einen recht konservativen Schnitt. Angesichts der skurrilen Handlung und der ausgefallenen Charaktere hätte ich mir hier etwas mehr kreativen Mut gewünscht. So bleibt der Film auf visueller Ebene recht blass, was bedauerlich ist, da die Handlung durchaus mehr hergegeben hätte.
Immerhin liefert Ed Harris eine angenehm differenzierte Darstellung ab. Als Vincent wirkt er authentisch und schafft es, den inneren Konflikt zwischen dem Wunsch nach einem ruhigen Leben und seiner Loyalität zur chaotischen Familie glaubhaft zu vermitteln. Genau diese Konflikte hätte der Film noch intensiver ausloten können, um emotional tiefer zu gehen.
Unterm Strich ist „Riff Raff – Verbrechen ist Familiensache“ kein schlechter Film, er bleibt aber deutlich hinter seinen Möglichkeiten zurück. Wer jedoch ein Fan der Schauspieler oder einfach auf der Suche nach leichter Unterhaltung mit humorvollen Momenten ist, wird sich sicher trotzdem amüsieren. Großes Kino sieht aber definitiv anders aus.
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