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The Old Guard 2: Eine Fortsetzung, die aufhört statt endet

Charlize Theron und Uma Thurman können der Action-Fantasy-Fortsetzung zu wenig Gewicht geben. Zu viel wirkt wie Vorbereitung auf einen weiteren Film.

The Old Guard 2 ⚔️ Charlize Theron gegen Uma Thurman
Thumbnail des ursprünglichen filmbuZZer-Videos.

Und um’s gleich zu sagen: Was wir hier bekommen, ist im Grunde nur die Hälfte eines Films. Wer sich auf ein vollwertiges, abgeschlossenes Action-Fantasy-Abenteuer freut, wird enttäuscht.

Die Geschichte setzt direkt nach Teil eins an: Quỳnh ist zurück – jahrhundertelang gefoltert, jetzt endlich frei. Und sie will genau das, was man erwarten würde: Rache. Andy hingegen hat ihre Unsterblichkeit verloren und kämpft mit ihrer neuen Sterblichkeit. Klingt spannend? Leider nur auf dem Papier. Denn anstatt diese Konstellation emotional oder erzählerisch auszureizen, bleibt der Film an der Oberfläche. Quỳnh ist nicht mehr als eine wütende Figur mit dünner Motivation. Andy wird zur Nebenfigur degradiert, obwohl Charlize Theron das Potenzial hätte, den Film erneut zu tragen.

Was mich besonders frustriert hat, ist die inszenierte Dringlichkeit, die im Nichts verpufft. Die Einführung der neuen Gegenspielerin Discord – gespielt von Uma Thurman – verspricht zunächst eine mächtige Figur mit Vision. Was dann kommt, ist überraschend flach. Discord wirkt eher wie ein Platzhalter für einen größeren Konflikt, der möglicherweise erst im nächsten Film kommt. Nur: Dieser Film muss auch für sich funktionieren. Und genau da liegt der große Schwachpunkt von The Old Guard zwei. Alles fühlt sich wie ein Setup an, aber ohne Payoff.

Spoiler: Das Ende erklärtNur öffnen, wenn du die Auflösung erfahren möchtest.

Dabei gäbe es interessante Ansätze. Etwa die neue Fähigkeit von Nile, die Kräfte der Unsterblichkeit zu übertragen – was in einem tragischen Moment dazu führt, dass Andy wieder unsterblich wird, Booker aber stirbt. Das ist stark, dramatisch und hat Konsequenzen. Nur schade, dass der Film danach abrupt endet, ohne wirklich etwas mit diesem Moment anzufangen.

Visuell ist das Ganze durchwachsen. Die Kameraarbeit ist oft fahrig, das Licht zu dunkel, die Action-Szenen verlieren an Wucht. Eine Szene sticht heraus: eine lange Kamerafahrt, in der Andy sich an gefallene Weggefährten erinnert. Ein schöner Versuch, Emotionalität einzubringen – aber stilistisch wirkt es unbeholfen, fast prätentiös. Insgesamt fehlt dem Film die Klarheit und das Selbstbewusstsein des ersten Teils.

Auch bei der Teamdynamik ist Luft nach oben. Die Beziehung zwischen Joe und Nicky, im ersten Film noch ein emotionaler Anker, wird diesmal kaum weiterentwickelt. Nile bleibt blass, obwohl sie eigentlich zur tragenden Figur aufgebaut werden soll. Und Booker, der am meisten wandelt, wird zwar überzeugend gespielt, aber dramaturgisch verheizt.

Ich hatte gehofft, dass Regisseurin Victoria Mahoney frischen Wind bringt. Stattdessen wirkt der Film unausgegoren. Der Spannungsbogen flacht immer wieder ab, Szenen enden plötzlich, manche Figuren tauchen auf, verschwinden wieder – ohne Konsequenz. Es fehlt der dramaturgische Fokus. Vor allem fehlt: ein Ende.

Denn das ist der eigentliche Ärger. Der Film endet genau da, wo er endlich spannend wird. Nicht im Sinne eines klugen Cliffhangers, sondern wie ein abgebrochenes Manuskript. Man steht da, schaut den Abspann an und fragt sich: War’s das? Für einen Eintrag in ein Franchise, das ohnehin schon mit langer Verzögerung zu kämpfen hatte, ist das ein fataler Schachzug.

Unterm Strich bleibt The Old Guard zwei ein filmisches Fragment. Wer Teil eins mochte, wird einzelne Momente schätzen – die Mythologie wird erweitert, ein paar neue Ideen sind dabei. Aber als Film funktioniert das nicht. Zu unfertig, zu sprunghaft, zu wenig Substanz. Ich gebe dem Ganzen zweieinhalb von fünf Sternen – mit viel Wohlwollen für die Ambition. Aber das hier ist kein Film. Das ist ein Platzhalter.

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