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The Accountant 2: Die Brüder machen den Unterschied

Ben Affleck und Jon Bernthal geben dem überladenen Actionplot die nötigen Figurenmomente und den Humor.

The Accountant 2 🔢 Lohnt sich die Action-Fortsetzung?
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Bei The Accountant 2 war ich ehrlich gespannt, ob es nach all den Jahren wirklich noch was zu erzählen gibt. Die Antwort ist: Ja. Nicht unbedingt auf eine tiefschürfende, dramatisch neue Art – aber genug, um Fans des ersten Films zufriedenzustellen und sogar ein paar neue Leute reinzuziehen.

Ben Affleck kehrt zurück als Christian Wolff, der introvertierte Zahlenmagier mit Militär- und Kampfausbildung, Autismus-Spektrum-Diagnose und einem Talent für hochgefährliche Buchhaltung. Dieses Mal rückt sein Bruder Braxton, gespielt von Jon Bernthal, stärker in den Fokus – und das tut dem Film richtig gut. Die Chemie zwischen den beiden funktioniert, sie liefern sich bissige Dialoge, arbeiten gegeneinander und miteinander, und bringen dabei genau die richtige Portion Brüderkonflikt auf die Leinwand, ohne dass es ins Klischeehafte abrutscht.

Die Handlung? Klassisch Fortsetzungsstoff: Ein Ex-Kollege von Christian wird ermordet, die Spur führt in einen Fall von Menschenhandel, staatlicher Korruption und einer Organisation, die alles andere als sauber arbeitet. Klingt nach viel? Ist es auch. Und ja, manchmal fühlt es sich an, als hätte man ein bisschen zu viel in die Storybox geworfen. Aber der Film schafft es, diesen Overload durch ein hohes Tempo, solide Action und den gut eingesetzten Humor wieder auszubalancieren.

Was mich positiv überrascht hat, ist, wie viel Raum die Figuren bekommen. Christian bleibt ein faszinierender Charakter – jemand, der Gefühle nur schwer kommuniziert, aber in jeder seiner Handlungen nach Nähe sucht. Es gibt eine Szene, in der er beim Line-Dancing in einer Kleinstadtbar mit Zahlenstrukturen im Takt rechnet – das klingt verrückt, ist aber ein echtes Highlight. Es zeigt, wie der Film sich traut, seinen ungewöhnlichen Helden weiterzuentwickeln, ohne ihn zu verraten.

Schauspielerisch ist das alles auf sicherem Boden. Affleck spielt Christian noch kontrollierter als im ersten Teil, mit minimaler Mimik, aber maximaler Wirkung. Jon Bernthal bringt das emotionale Gegengewicht – laut, impulsiv, aber eben auch verletzlich. Der Rest des Casts – darunter Cynthia Addai-Robinson und J.K. Simmons – bleibt eher unterstützend im Hintergrund, aber das ist okay. Der Fokus liegt klar auf den Brüdern.

Klar, nicht alles funktioniert perfekt. Der Plot ist an manchen Stellen unnötig kompliziert, einige Twists eher bemüht als clever. Aber The Accountant zwei punktet mit dem, was schon beim Vorgänger funktioniert hat: einem ungewöhnlichen Helden, cleveren Actioneinlagen und einer Geschichte, die sich trotz aller Überladung nie komplett verliert. Und am Ende macht das einfach Spaß. Kein Meilenstein, aber definitiv eine Fortsetzung, die man sich gerne anschaut.

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