DAS UNABHÄNGIGE FILMJOURNALHorrOctober2026
filmbuZZer
← Zurück zu den FilmenFILMKRITIK / 2026

Teenage Sex and Death at Camp Miasma (2026): Kritik

Jane Schoenbruns queerer Meta-Slasher verbindet Fan-Kultur, Begehren und Selbstfindung. Hannah Einbinder und Gillian Anderson geben dem wilden Film seine Spannung.

Teenage Sex and Death at Camp Miasma 🔪 The Wildest Horror Movie of the Summer
Thumbnail des ursprünglichen filmbuZZer-Videos.

Teenage Sex and Death at Camp Miasma macht schon mit seinem Titel klar, dass Jane Schoenbrun hier nicht auf ein vorsichtiges Mainstream-Publikum schielt. Das ist ein queerer Meta-Slasher, der Blut, Begehren, Fan-Kultur und Selbstfindung in einen Film wirft, der sich erst einmal wie eine wilde Mitternachtsvorstellung anfühlt – und dann doch viel präziser gebaut ist, als man anfangs denkt.

Eine Regisseurin und ihre Obsession

Im Zentrum steht Kris, gespielt von Hannah Einbinder. Sie soll das ausgelaugte Slasher-Franchise Camp Miasma wiederbeleben und will dafür die ehemalige Hauptdarstellerin Billy, gespielt von Gillian Anderson, zurück vor die Kamera holen. Allein diese Konstellation funktioniert schon hervorragend, weil der Film nicht nur von Horror handelt, sondern von der Obsession mit Horror. Kris ist nicht einfach Regisseurin, sie ist Fan, Projektion und Suchende zugleich. Billy wiederum wirkt wie eine Figur, die selbst längst halb im Mythos ihrer eigenen Filmgeschichte lebt.

Mehr als eine Retro-Hommage

Genau daraus zieht Schoenbrun die größte Stärke des Films. Camp Miasma ist keine plumpe Retro-Hommage, die nur Referenzen abspult und sich dafür feiern lassen will, dass sie alte Slasher kennt. Stattdessen fragt der Film, warum uns solche Geschichten überhaupt prägen, was aus verdrängter Scham wird und wie sehr Kino zum Ort für Identität, Lust und Verwandlung werden kann. Das klingt theoretisch, ist hier aber erstaunlich sinnlich und oft sogar ziemlich witzig. Gerade weil der Film so offen mit Überzeichnung arbeitet, kann er sich immer wieder erlauben, sehr direkt und emotional zu werden.

Zwei starke Präsenzen

Dazu kommt, dass Hannah Einbinder und Gillian Anderson wirklich hervorragend zusammen funktionieren. Einbinder spielt Kris mit nervöser Energie, neugieriger Unsicherheit und einer fast manischen Zielstrebigkeit. Anderson macht aus Billy keine bloße Ikone, sondern eine rätselhafte, verletzliche und zugleich kontrollierende Präsenz. Wenn die beiden aufeinandertreffen, kippt der Film immer stärker in einen Fiebertraum aus Erotik, Horror und Selbstinszenierung. Nicht jede Idee sitzt dabei gleich sauber. Manche Szenen wirken absichtlich überladen, manche Bedeutungen fast zu deutlich ausgestellt. Aber genau dieses Übermaß gehört hier auch zum Konzept.

Fazit

Visuell ist das stark, ohne steril zu wirken. Eric K. Yues Kamera hält die Bilder lebendig und Alex Gs Musik gibt dem Ganzen genau den hypnotischen Sog, den so ein Film braucht. Vor allem aber hat Schoenbrun etwas zu erzählen, das über bloße Genre-Spielerei hinausgeht. Teenage Sex and Death at Camp Miasma ist nicht einfach nur ein schräger Horrorfilm, sondern ein Film darüber, wie Fiktion unsere Wünsche, Ängste und Selbstbilder formt. Das Ergebnis ist blutig, lustvoll, seltsam, manchmal bewusst exzessiv und dabei viel klüger, als der Titel zunächst vermuten lässt. Für mich ist das einer der aufregendsten Horrorfilme des Jahres und eine klare 8 von 10.

Werbung · Amazon-Partnerlinks

Den Film zu Hause ansehen

Prime Video

Die aktuellen Angebote und Konditionen findest du bei Prime Video.

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Durch die Nutzung dieser Links entstehen dir keine zusätzlichen Kosten.

Die Kritik auf YouTubeDu schaust lieber zu? Dieser Artikel gehört zur veröffentlichten filmbuZZer-Kritik.Kritik auf YouTube ansehen