"Spirit in the Blood" feierte am siebten November vierundzwanzig seinen Kinostart in Deutschland. Das Spielfilmdebüt der kanadischen Regisseurin Carly May Borgstrom entführt uns in die abgelegene, tiefreligiöse Gemeinde St. Belvedere in Kanada. Im Zentrum steht die fünfzehnjährige Emerson Grimm, gespielt von Summer H. Howell, die mit ihrer Familie in diese isolierte Gemeinschaft zieht. Schnell freundet sie sich mit der selbstbewussten Delilah Soleil (gespielt von Sarah-Maxine Racicot) an. Gemeinsam erkunden sie die umliegenden Wälder, bis eines Tages ein junges Mädchen tot aufgefunden wird. Während die Behörden von einem Raubtierangriff ausgehen, vermutet Emerson eine übernatürliche Bedrohung und initiiert mit ihren Freundinnen ein Ritual, um das vermeintliche Monster zu bekämpfen.
Borgstrom gelingt es, die Coming-of-Age-Thematik mit Horrorelementen zu verknüpfen und dabei die Perspektive junger Frauen in den Vordergrund zu stellen. Die Atmosphäre des Films ist durchgehend von einer unterschwelligen Bedrohung geprägt, unterstützt durch die stimmige Kameraführung von Zamarin Wahdat, die die Weite und zugleich die Beklemmung der kanadischen Wälder einfängt.
Die schauspielerischen Leistungen sind bemerkenswert. Summer H. Howell verkörpert Emerson mit einer Mischung aus Verletzlichkeit und Entschlossenheit, während Sarah-Maxine Racicot als Delilah eine rebellische Energie einbringt. Michael Wittenborn als Pastor Carl und Greg Bryk als Emersons Vater Julian Grimm ergänzen das Ensemble mit überzeugenden Darstellungen.
Die Handlung greift bekannte Motive auf, erinnert an Werke wie "Stand by Me" und "Stranger Things", bietet jedoch durch die weibliche Perspektive und die Einbindung von Märchenelementen der Gebrüder Grimm eine frische Interpretation. Die Themen Freundschaft, Erwachsenwerden und der Kampf gegen innere und äußere Dämonen werden geschickt miteinander verwoben.
Trotz einiger Längen in der Erzählung überzeugt "Spirit in the Blood" durch seine dichte Atmosphäre und die authentische Darstellung jugendlicher Dynamiken. Die Mischung aus Coming-of-Age-Drama und Horror funktioniert größtenteils, auch wenn nicht alle Handlungsstränge vollständig ausgearbeitet sind.
"Spirit in the Blood" ist ein gelungenes Debüt, das Lust auf weitere Projekte von Carly May Borgstrom macht. Der Film bietet eine interessante Perspektive auf bekannte Themen und überzeugt durch starke schauspielerische Leistungen und eine stimmige Inszenierung.
