Unter der Regie des polnischen Filmemachers Andrzej Żuławski entfaltet sich ein intensives psychologisches Drama, das die Grenzen des Horror-Genres sprengt.
Die Handlung dreht sich um Mark, einen internationalen Spion, dargestellt von Sam Neill, der nach Hause zurückkehrt und feststellt, dass seine Frau Anna, gespielt von Isabelle Adjani, die Scheidung möchte. Was als Ehedrama beginnt, entwickelt sich schnell zu einer verstörenden Erzählung über Besessenheit und Wahnsinn. Anna verhält sich zunehmend erratisch, und Marks Nachforschungen führen zu schockierenden Entdeckungen, die die Realität in Frage stellen.
Żuławski nutzt das geteilte Berlin als Kulisse, um die innere Zerrissenheit der Charaktere widerzuspiegeln. Die klaustrophobische Atmosphäre der Stadt verstärkt das Gefühl der Isolation und des Wahnsinns, das die Protagonisten durchleben. Die Kameraarbeit fängt diese Stimmung meisterhaft ein, mit langen, fließenden Aufnahmen, die die Spannung erhöhen.
Isabelle Adjanis Darstellung der Anna ist schlichtweg beeindruckend. Sie verkörpert die emotionale und psychische Zerrissenheit ihrer Figur mit einer Intensität, die unter die Haut geht. Für ihre Leistung wurde sie beim Cannes Film Festival als Beste Schauspielerin ausgezeichnet und erhielt zudem einen César. Sam Neill liefert ebenfalls eine starke Performance ab, indem er Marks Abstieg in Besessenheit und Verzweiflung glaubwürdig darstellt.
Ein besonderes Highlight des Films ist die berüchtigte U-Bahn-Szene, in der Anna einen verstörenden Zusammenbruch erleidet. Diese Sequenz bleibt auch Jahrzehnte nach der Erstveröffentlichung im Gedächtnis und zeigt Adjanis beeindruckendes schauspielerisches Können. Die Szene wurde in späteren Jahren oft zitiert und beeinflusste andere Werke, wie zum Beispiel das Musikvideo zu "Voodoo in My Blood" von Massive Attack.
Bei seiner Erstveröffentlichung erhielt "Possession" gemischte Kritiken. Einige lobten die innovative Erzählweise und die intensive Darstellung der Schauspieler, während andere den Film als zu verworren und übermäßig dramatisch empfanden. Dennoch entwickelte der Film im Laufe der Jahre einen Kultstatus und wird heute als Meisterwerk des psychologischen Horrors anerkannt. Mich hat der Film komplett gepackt!
Possession zeigt die zeitlose Relevanz seiner Themen. Der Film behandelt universelle Fragen nach Identität, Liebe und Wahnsinn und bleibt dabei ebenso fesselnd wie verstörend. Für Liebhaber des anspruchsvollen Horrorkinos ist dieser Film ein absolutes Muss.
