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Oh la la – Wer ahnt denn sowas?: Familienstolz auf dem Prüfstand

Claviers und Bourdons komische Chemie wiegt konstruierte Konflikte und einige Wiederholungen auf.

Oh la la – Wer ahnt denn sowas? 🤯 geheime DNA-Enthüllungen
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In "Oh la la - Wer ahnt denn sowas?" mit dem Originaltitel "Cocorico", dem neuesten Werk des französischen Regisseurs Julien Hervé, aus dem Jahr 2024, entfaltet sich eine Geschichte, die so alt ist wie die Zeit selbst: der Zusammenprall unterschiedlicher Welten. Doch Hervé gelingt es, diesem vertrauten Szenario eine frische Wendung zu geben, indem er die Familie Bouvier-Sauvage, stolze Aristokraten, und die Martins, deren Sohn ein einfacher Peugeot-Händler ist, in einem humorvollen Kampf der Kulturen gegeneinander antreten lässt.

Die Prämisse des Films – eine bevorstehende Hochzeit und DNA-Tests, die familiäre Geheimnisse aufdecken – bietet eine ideale Bühne für ein Feuerwerk aus komödiantischen Situationen, gesellschaftlichen Kommentaren und Charakterstudien. Julien Hervé, bekannt für seine Arbeit an "Les Guignols de l'info", nutzt seine satirische Ader, um die Absurditäten des Klassensystems und der gesellschaftlichen Erwartungen bloßzulegen.

Christian Clavier und Didier Bourdon, zwei Schwergewichte des französischen Kinos, führen ein Ensemble an, das durch seine Chemie und sein komödiantisches Timing besticht. Clavier, als Oberhaupt der Bouvier-Sauvage, und Bourdon, als Patriarch der Martins, verkörpern ihre Rollen mit einer solchen Überzeugung, dass man nicht anders kann, als in ihre Welt einzutauchen. Ihre Auseinandersetzungen, getrieben von Stolz und Vorurteilen, spiegeln subtil die tieferen Themen des Films wider: Identität, Erbe und die Suche nach Zugehörigkeit.

Die Kameraführung von Jérôme Alméras und der Schnitt von Stephan Couturier unterstreichen gekonnt die Dynamik zwischen den Charakteren und den Schauplätzen, wobei das Château der Adelsfamilie fast als ein Charakter für sich wirkt. Die opulenten Säle und die idyllischen Weinberge bilden den perfekten Hintergrund für die Entfaltung der Geschichte und tragen zur Atmosphäre des Films bei.

Musikalisch untermalt von Matei Bratescot, schafft "Cocorico" eine Balance zwischen Leichtigkeit und Tiefgang, ohne dabei in seichte Gewässer abzudriften. Die Filmmusik unterstützt nicht nur die emotionale Reise der Charaktere, sondern hebt auch die komischen Momente hervor und verleiht dem Ganzen eine zusätzliche Dimension.

Interessant ist auch die kritische Auseinandersetzung mit der Moderne und der Bedeutung von Tradition in einer sich schnell verändernden Welt. Die DNA-Tests dienen als Katalysator für eine Selbstreflexion der Charaktere und der Gesellschaft insgesamt. Julien Hervé nutzt diesen Ansatz, um humorvoll, doch eindringlich zu hinterfragen, was es bedeutet, zu einer Familie, einer Klasse oder einer Nation zu gehören.

Trotz seiner Stärken zeigt "Oh la la" auch die Grenzen des Genres auf. Manchmal wirken die Konflikte etwas zu konstruiert, und die Auflösung erscheint vorhersehbar. Dennoch gelingt es dem Film, durch seine herzlichen Momente und die tieferen Botschaften, die er vermittelt, zu überzeugen.

Manche Passagen wirken zudem etwas repetitiv.

Als Julien Hervés Solo-Regiedebüt ist "Oh la la" ein bemerkenswerter Beitrag zum französischen Kino. Es ist ein Film, der nicht nur unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt, und das mit einem Lächeln auf den Lippen. Mit seiner humorvollen Form bietet "Oh la la" eine willkommene Ablenkung und eine Erinnerung daran, dass, egal wie unterschiedlich wir sein mögen, am Ende des Tages das, was uns verbindet, stärker ist als das, was uns trennt.

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