In dieser tiefgründigen Familienkomödie von Florent Bernard erleben wir die Geschichte von Sandrine und Christophe Leroy (gespielt von Charlotte Gainsbourg und José Garcia), die nach über zwanzig Jahren Ehe an einem Wendepunkt stehen. Sandrine hat genug von der erstickenden Routine und fordert mit Zustimmung der fast erwachsenen Kinder Bastien und Loreleï (gespielt von Hadrien Heaulmé und Lily Aubry) die Scheidung. Christophe, der die Zeichen der Zeit ignoriert hat, schlägt einen letzten gemeinsamen Wochenendausflug vor, um die Familie zu den prägenden Orten ihrer Geschichte zu führen und die Ehe zu retten.
Schauspiel und Regie
Charlotte Gainsbourg brilliert als Sandrine, deren innere Zerrissenheit und subtile Wut in jeder Szene spürbar sind. Sie schafft es, zwischen Melancholie und Humor zu balancieren, ohne dabei ins Kitschige oder Klischeehafte zu verfallen. José Garcia, als Christophe, der großartige Verlierer, spielt mit einer Mischung aus Komik und Tragik, die an Adam Sandler in seinen ernsteren Rollen erinnert. Die Chemie zwischen den beiden ist ein Highlight des Films – ein dynamisches Duett aus Verzweiflung und zärtlicher Nostalgie.
Florent Bernard beweist mit seinem Regiedebüt ein gutes Gespür für Zwischentöne. Sein Drehbuch, das stark autobiografische Züge trägt, verleiht der Geschichte Authentizität. Besonders die Dialoge sind präzise und glaubwürdig, während die komischen Szenen, wie eine absurde Diskussion über Erektionen im Bus, gezielt und niemals aufgesetzt wirken.
Themen und Inszenierung
Der Film beschäftigt sich vor allem mit Kommunikation – oder dem Mangel daran – innerhalb der Familie. Dabei lässt Bernard beide Elternteile sympathisch, aber auch fehlerhaft erscheinen. Sandrines Frustration und Christophe nostalgischer Blick auf eine vergangene, vermeintlich bessere Zeit spiegeln universelle Themen wider, mit denen sich viele Zuschauer identifizieren können.
Die Kameraarbeit von Julien Hirsch hebt die nüchternen, oft banalen Schauplätze wie Parkplätze oder heruntergekommene Hotels durch geschickte Beleuchtung hervor und verleiht ihnen eine unerwartete Poesie. Diese ästhetischen Kontraste unterstreichen den bittersüßen Ton des Films.
Fazit
Es liegt an dir, Chéri ist eine melancholische, ehrliche und dennoch humorvolle Betrachtung über das Scheitern einer Ehe und den Versuch, etwas Zerbrochenes zu reparieren. Trotz kleiner Schwächen – etwa den weniger überzeugenden Nebenhandlungen um die Kinder – überzeugt der Film durch seine klugen Dialoge, die schauspielerischen Leistungen und die kunstvolle Inszenierung. Für Fans von französischen Komödien und Familiendramen ist er ein Muss.
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