DAS UNABHÄNGIGE FILMJOURNALHorrOctober2026
filmbuZZer
← Zurück zu den FilmenFILMKRITIK / 2025

Happy Gilmore 2: Die Nostalgie trifft, die Struktur nicht immer

Adam Sandlers Rückkehr bietet gute Gags und eine warme Vater-Tochter-Beziehung. Die vielen Gastauftritte ersetzen allerdings keine stärkere Geschichte.

Happy Gilmore 2 ⛳ Kann Adam Sandler den Kult wirklich zurückbringen?
Thumbnail des ursprünglichen filmbuZZer-Videos.

Die Fortsetzung des neunzigher-Jahre-Kultfilms kommt mit reichlich Vorschuss-Hype und einem satten Nostalgie-Versprechen. Und was soll ich sagen? Der Film liefert genau das, was man erwartet, wenn man „Happy Gilmore“ liebt – aber auch nicht viel mehr.

Adam Sandler schlüpft erneut in seine ikonische Rolle, aber dieses Mal ist Happy gealtert, erschöpft und mit dem Leben ziemlich im Clinch. Seine Frau Virginia ist bei einem Unfall gestorben, er lebt als heruntergekommener Vater mit fünf Kindern und kämpft nicht mehr gegen Shooter McGavin, sondern gegen sich selbst. Doch als seine Tochter Vienna eine teure Ballettschule besuchen darf und dafür mehr Geld benötigt wird, als ein verbeulter Golfschläger hergeben kann, wird der alte Happy wieder wachgeküsst. Das Comeback ist da – und es ist genauso chaotisch, laut und wild, wie man es sich ausmalt.

Was den Film trägt, ist weniger die Story als die schiere Masse an Gags, Cameos und Fanservice. Ich habe mich tatsächlich ein paarmal erwischt, wie ich laut lachen musste – vor allem in den Momenten, in denen Happy wieder komplett eskaliert. Die überzogene Wut, die absurden Golfschläge, das typisch unverschämte Sandler-Tempo – das funktioniert noch. Auch wenn manche Witze zu lange ausgeritten werden und sich irgendwann totlaufen, trifft die Mischung aus Slapstick und Emotionalität oft ins Schwarze.

Bad Bunny als Caddie ist ein kleines Highlight. Seine stoische Präsenz neben dem völlig durchdrehenden Sandler bringt ein gelungenes Gegengewicht rein. Dazu kommen eine Menge Gastauftritte – von Travis Kelce über Post Malone bis hin zu Golflegenden wie Rory McIlroy. Es ist fast schon eine Revue der Popkultur, was da abgefeuert wird. Teilweise zu viel des Guten, keine Frage – aber als jemand, der mit dem Original groß geworden ist, konnte ich mich diesem Nostalgiesog kaum entziehen.

Schauspielerisch bleibt Sandler in seinem Kosmos. Er spielt nicht subtil, sondern laut, direkt und impulsiv. Und das passt zu dieser Figur. Besonders schön: die Szenen mit seiner echten Tochter, die Vienna spielt. Da blitzt unerwartet viel Herz auf, ohne ins Kitschige zu kippen. Die Vater-Tochter-Dynamik wirkt authentisch – und verleiht dem Film eine echte emotionale Basis.

Was leider nicht so gut funktioniert, ist die eigentliche Geschichte. Sie wirkt oft wie ein loser Vorwand, um von einem Gag zum nächsten zu hangeln. Die Rückkehr alter Figuren wirkt zwar vertraut, aber dramaturgisch schwach eingebunden. Der Film lebt von Momenten – nicht von Struktur. Es gibt Rückblenden, Easter Eggs, Zitate, aber wenig echten Fortschritt. Als Zuschauer fühlt man sich oft wie in einem liebevoll dekorierten Vergnügungspark – bunt, laut, unterhaltsam, aber auch etwas ziellos.

Visuell bleibt der Film solide, aber unspektakulär. Die Inszenierung hält sich eher im Hintergrund, der Fokus liegt klar auf den Performances und dem Comedy-Rhythmus. Dafür ist die Musik gut eingesetzt – gerade in emotionalen Szenen schafft der Soundtrack die Balance zwischen Slapstick und Sentimentalität.

Unterm Strich ist „Happy Gilmore zwei“ ein Fanfilm. Wer den ersten Teil geliebt hat, bekommt genau das – nur eben älter, lauter, voller. Ich habe gelacht, genickt, den Kopf geschüttelt – manchmal alles in einer Szene. Für mich ist das kein großartiger Film, aber ein unterhaltsamer. Drei von fünf Punkten. Kein Hole-in-One, aber definitiv auch kein Griff ins Rough.

Die Kritik auf YouTubeDu schaust lieber zu? Dieser Artikel gehört zur veröffentlichten filmbuZZer-Kritik.Kritik auf YouTube ansehen