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Hagen – Im Tal der Nibelungen (2024): Kritik

Die Nibelungensage aus Hagens Perspektive: starkes Hauptdarstellerspiel und eindrucksvolle Landschaften, aber ein schwerfälliger Auftakt.

Hagen – Im Tal der Nibelungen ⚔️ Kann deutsches Kino die Sage stemmen?
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Die Sage aus einem anderen Blickwinkel

Hagen steht im Dienst König Gunters und muss seine Loyalität mit eigenen Gefühlen vereinbaren. Seine heimliche Liebe zu Kriemhild wird durch Siegfrieds Auftreten zusätzlich belastet. Cyrill Boss und Philipp Stennert setzen damit nicht auf den strahlenden Helden als einfaches Zentrum der Sage.

Das macht die Figur grundsätzlich interessant. Hagen bewegt sich zwischen Pflicht, persönlichem Verlangen und politischen Abhängigkeiten. Gerade diese inneren Konflikte sind die überzeugendere Grundlage des Films als ein bloßes Versprechen großer Fantasy-Action.

Ein starker Hagen, ungleiche Gegenüber

Gijs Naber gibt Hagen die nötige Schwere und Vielschichtigkeit. Man kann seine innere Spannung nachvollziehen, ohne dass sie ständig erklärt werden muss. Dominic Marcus Singer als Gunter und Lilja van der Zwaag als Kriemhild ergänzen das Beziehungsgeflecht; Rosalinde Mynster bringt als Brunhild weitere Kraft hinein.

Jannis Niewöhners Siegfried überzeugt mich dagegen weniger. Sein sehr modernes Auftreten passt nicht immer zum Ton dieser Welt. Auch die romantischen Beziehungen entwickeln nicht die Wirkung, die der Film für seine emotionalen Konflikte bräuchte.

Später stärker als am Anfang

Die isländischen Landschaften verleihen dem Film Größe und eine raue, düstere Atmosphäre. Visuell gibt es viel zu sehen. Der erste Teil der Erzählung bleibt dennoch zu träge. Wer etwa bei Siegfrieds Drachenkampf auf eine große ausgespielte Actionszene hofft, findet gerade dort eine deutliche Leerstelle.

In der zweiten Hälfte gewinnen die Figuren und ihre politischen Verstrickungen an Gewicht. Hier kommt die Geschichte besser in Bewegung und entwickelt die tragische Schwere, die vorher zu oft hinter einer schwerfälligen Einführung zurückbleibt.

Fazit

Hagen ist eine solide, aber unausgewogene Neuinterpretation. Nabers Darstellung und die Landschaften sind klare Stärken; Tempo, Liebesgeschichte und Siegfrieds Zeichnung überzeugen weniger. Die bessere zweite Hälfte zeigt, was in dieser Perspektive steckt, hebt die Schwächen des Auftakts jedoch nicht vollständig auf.

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