Eine fremde Welt und eine nahe Beziehung
Menschen beginnen, sich in Tiere zu verwandeln. François und sein Sohn Émile versuchen, in dieser veränderten Welt mit dem Schicksal ihrer Familie umzugehen. Thomas Cailley macht daraus nicht bloß eine spektakuläre Fantasy-Idee. Im Zentrum bleibt die Beziehung zwischen Vater und Sohn. Gerade die Verbindung aus einer ungewöhnlichen Welt und vertrauten Sorgen gibt dem Film seine Stärke.
Duris und Kircher machen die Familie glaubwürdig
Romain Duris bringt Dringlichkeit und Sorge in François hinein. Paul Kircher spielt Émile mit Verletzlichkeit und einer wachsenden eigenen Stärke. Ihre Beziehung erreicht mich emotional, weil beide eigene Reaktionen auf die Situation besitzen. Adèle Exarchopoulos ergänzt die Geschichte als Julia mit Humor und Tiefe. Das Ensemble hält die Menschen auch dort im Mittelpunkt, wo die fantastische Umgebung besonders auffällig wird.
Effekte mit einer erzählerischen Aufgabe
Make-up und visuelle Effekte machen die Verwandlungen eindrucksvoll, verdrängen aber nicht die Geschichte. David Cailleys Kamera setzt Natur und menschliche Umgebung wirkungsvoll zueinander in Beziehung. Andrea Laszlo De Simones Musik begleitet die Gefühle eher zurückhaltend. Auch die Geräusche des Waldes sind wichtig. Aus diesen Einzelheiten entsteht eine Welt, die zugleich fremd und sinnlich erfahrbar wirkt.
Fazit
Animalia überzeugt mich mit seinem nahen Familiendrama und einer außergewöhnlichen fantastischen Form. Die Darstellungen, Bilder und Effekte arbeiten zusammen, statt miteinander um Aufmerksamkeit zu konkurrieren. Die Fragen nach Menschlichkeit und unserem Verhältnis zur Natur bleiben nach dem Film bestehen. Für mich ist das ein eindrucksvolles Werk, dessen ungewöhnliche Ausgangsidee echte emotionale Bedeutung gewinnt.
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