DAS UNABHÄNGIGE FILMJOURNALHorrOctober2026
filmbuZZer
← Zurück zu den FilmenFILMKRITIK / 2025

Guns Up: Kevin James verdient einen besseren Film

Kevin James überzeugt in einer ungewohnten Rolle. Den auseinanderfallenden Ton des Actionfilms kann er damit nicht zusammenhalten.

Guns Up 💥 Kann Kevin James als Actionheld überzeugen?
Thumbnail des ursprünglichen filmbuZZer-Videos.

Guns Up ist einer dieser Filme, bei denen man sich unweigerlich fragt: Wollt ihr mir wirklich gerade diese Geschichte so verkaufen – oder lacht ihr euch hinter der Kamera gerade selbst kaputt? Der Film ist laut, schrill, übertrieben und stellenweise vollkommen egal, was ironischerweise fast schon wieder unterhält. Aber eben nur fast.

Kevin James spielt Ray Hayes, einen Ex-Soldaten mit Vergangenheit, der mehr Schulden als Geduld hat und plötzlich zwischen Gangstern, Drogendeals und seiner eigenen Familie zerrieben wird. Klingt wie ein klassischer Actionheld? Nicht ganz. James gibt hier keinen knallharten Typen, sondern eher einen abgekämpften Familienvater mit Knarre in der Hand und Selbstzweifel im Blick. Ich gebe zu: Diese Besetzung funktioniert besser, als ich gedacht hätte. Seine Figur ist gebrochen, manchmal sogar berührend, wenn auch nie subtil. An seiner Seite: Christina Ricci als seine Frau Alice – cool, präsent, aber leider unterfordert. Sie hat Potenzial, das das Drehbuch nicht nutzt.

Die Handlung läuft nach bekannten Mustern ab. Ex-Soldat gerät in einen Strudel aus Gewalt, muss seine Familie schützen, trifft dabei auf zwielichtige Figuren mit groben Namen, alle mit mehr Waffen als Dialogzeilen. Der Film versucht, Action und Familienkonflikt zusammenzuführen – was manchmal gelingt, meistens aber einfach nur absurd wirkt. Da wird geschossen, geschnitten, gebrüllt, dann plötzlich ein ernster Moment zwischen Ray und seiner Tochter, bevor wieder jemand durch die Wand kracht. Diese Mischung wirkt nicht organisch, sondern wie zwei Filme, die aus Versehen ineinander geschnitten wurden.

Was mir trotzdem positiv auffällt: Der Film hat einen gewissen Rhythmus. Er hetzt nicht nur von Schießerei zu Schießerei, sondern nimmt sich kurz Zeit für Charaktere. Luis Guzmán sorgt als zwielichtiger Bekannter für die nötige Portion Witz, Francis Cronin als Ex-Kollege bringt eine gewisse Tragik rein, auch wenn sein Handlungsstrang nie wirklich auf den Punkt kommt. Die Nebenfiguren sind da, aber sie bleiben Schablonen. Es fehlt ihnen an Tiefe, an Motivation, manchmal auch schlicht an Sinn.

Inszenatorisch ist das alles solide gemacht. Die Kameraarbeit ist handfest, mit klaren Linien und guter Übersicht in den Actionszenen. Die Musik passt sich dem Ton an – mal pumpend, mal zurückhaltend – allerdings nie erinnerungswürdig. Was mir komplett gefehlt hat, ist visuelle Originalität. Der Film sieht aus wie jede andere Direct-to-Streaming-Produktion aus den letzten Jahren: graue Straßen, harte Kontraste, funktionales Licht.

Was mich dann doch gestört hat, ist, dass der Film nie entscheidet, was er sein will. Eine Parodie auf Actionfilme? Eine tragische Vater-Sohn-Geschichte mit Gewaltkontext? Oder einfach stumpfe Unterhaltung mit ein bisschen Gefühl? Er tippt vieles an, aber nichts fühlt sich richtig durchgezogen an. Besonders gegen Ende fällt der Ton komplett auseinander – da wird’s erst übertrieben brutal, dann wieder rührselig, dann plötzlich konfus.

Ich vergebe am Ende einen von fünf Sternen. Nicht, weil alles schlecht ist – Kevin James bemüht sich ehrlich, Ricci hätte mehr verdient, und einige Szenen sind handwerklich wirklich in Ordnung. Aber der Film ist weder besonders spannend noch emotional tief, weder clever noch wirklich unterhaltsam. Er rauscht an einem vorbei wie ein mittelmäßiger TV-Abend – mit dem einzigen Unterschied, dass er im Kino läuft und damit vorgibt, größer zu sein, als er ist. Wer auf sinnfreie Krawallunterhaltung steht, bekommt hier genau das. Wer mehr will, sollte besser einen anderen Film wählen.

Werbung · Amazon-Partnerlinks

Den Film zu Hause ansehen

Prime Video

Die aktuellen Angebote und Konditionen findest du bei Prime Video.

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Durch die Nutzung dieser Links entstehen dir keine zusätzlichen Kosten.

Die Kritik auf YouTubeDu schaust lieber zu? Dieser Artikel gehört zur veröffentlichten filmbuZZer-Kritik.Kritik auf YouTube ansehen