Was soll ich sagen: Es ist einer dieser Filme, bei denen du schon nach fünf Minuten genau weißt, wie der Hase läuft. Oder eher: wie er träge dahin hoppelt. Eine französisch-belgische Komödie, die auf dem Papier Tempo und Charme verspricht, in der Praxis aber erstaunlich wenig draus macht.
Im Mittelpunkt steht Dr. Olivier Béranger, Psychoanalytiker mit einer ordentlichen Portion Kontrollwahn, gespielt von Christian Clavier. Seine Tochter Alice bringt ihren neuen Freund Damien mit nach Hause – und der entpuppt sich als Oliviers ehemaliger Patient. Was jetzt folgt, soll eine Reihe von turbulenten Verwicklungen sein, ist aber in Wirklichkeit eine Aneinanderreihung von flachen Gags, Vorhersehbarkeiten und dem Versuch, Claviers Markenzeichen – den leicht überforderten, cholerischen Familienvater – ein weiteres Mal zu verkaufen.
Clavier gibt sich Mühe, keine Frage. Er bringt das mit, was man von ihm kennt: Tempo, Timing, den typischen gereizten Blick über den Brillenrand. Aber die Rolle gibt ihm schlicht nichts, womit er arbeiten könnte. Olivier bleibt eindimensional, seine Ablehnung gegenüber Damien wird nie nachvollziehbar erklärt – außer, dass es eben „unprofessionell“ sei. Das reicht mir nicht, um mich in den Plot reinzuziehen. Statt Spannung oder emotionalem Konflikt gibt’s fast durchgehend nur beleidigtes Grummeln.
Damien, gespielt von Baptiste Lecaplain, ist das wandelnde Klischee des netten Trottels. Kein Profil, keine Tiefe, kein echter Grund, warum man ihn interessant finden sollte – außer vielleicht, dass er nett kocht und viel lächelt. Claire Chust als Tochter Alice? Ebenfalls verschenkt. Sie bleibt komplett blass, obwohl sie zwischen Vater und Freund eigentlich das emotionale Zentrum der Geschichte sein müsste.
Was mich besonders stört: Der Film spielt diese Konstellation so, als wäre das alles ein riesiges Missverständnis, bei dem man halt einfach nur genug schreien muss, damit es lustig wird. Aber genau das ist es nicht. Es fehlt an Esprit, an Überraschung, an echten Momenten, die rausstechen. Stattdessen hangeln sich die Figuren von Szene zu Szene, meist in Claviers Wohnzimmer, oft in Wiederholungsschleife.
Regie und Drehbuch, beides von Arnaud Lemort, wirken wie ein Dienst am Hauptdarsteller: Hauptsache, Clavier hat genug Raum, den aufgeregten Patriarchen zu spielen. Doch diese Rechnung geht nicht auf, wenn rundherum alles so leblos bleibt. Die Pointen zünden selten, und das Finale ist so vorhersehbar, dass man es sich schon zur Halbzeit denken kann.
„Voilà, Papa!“ ist kein Desaster, aber eben auch keine gelungene Komödie. Alles wirkt wie eine Nummer sicher – aber genau diese Sicherheit macht’s öde. Wer’s nicht sieht, hat nichts verpasst.
