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Der Amsterdam-Krimi: Die letzte Zeugin – Eine Zeugin im Visier

Shanaya Dap trägt einen düsteren, schnellen Thriller, der ambitionierter ausfällt als routinierte Fernsehkrimikost.

Der Amsterdam-Krimi 🫀 Die letzte Zeugin im Visier der Organmafia
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Der Amsterdam-Krimi: Die letzte Zeugin verbindet Menschenhandel und illegalen Organhandel zu einem düsteren Fall. Neu ist der Film nicht: Die zehnte Folge der Reihe feierte ihre Streaming-Premiere im Mai 2025 und wurde wenige Tage später erstmals im Fernsehen gezeigt. Sebastian Ko inszeniert Hannes Jaenicke als Sonderermittler Alex Pollack und Fedja van Huêt als Kommissar Bram de Groot. Diesmal führt der Fall mitten in Menschenhandel und illegalen Organhandel.

Im Zentrum steht Safiya, die gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester illegal in die Niederlande gebracht wurde. Der vermeintliche Preis für ein neues Leben ist grausam: Safiya soll eine Niere entnommen werden. Ihr gelingt die Flucht, doch ihre Schwester bleibt zurück. Gleichzeitig stoßen Pollack und de Groot auf das Netzwerk des Gangsterbosses Irfan Dewi, der vor Gericht steht und offenbar alles daran setzt, belastende Zeugen zum Schweigen zu bringen. Safiya könnte entscheidend werden – und genau deshalb wird sie selbst zur Zielscheibe.

Das Interessante an Die letzte Zeugin ist, dass der Film weniger als klassischer Rätselkrimi funktioniert. Die Täterseite wird früh sichtbar, und die Spannung entsteht nicht aus der Frage, wer hinter allem steckt, sondern daraus, ob die Ermittler das Netzwerk rechtzeitig durchbrechen können. Dadurch rückt der Film näher an einen Thriller. Sebastian Ko arbeitet mit dunklen Bildern, Zwielicht und einem insgesamt raueren Amsterdam, das weit weg von Postkartenromantik liegt.

Besonders stark ist Shanaya Dap als Safiya. Sie spielt die junge Frau nicht nur als schutzbedürftige Zeugin, sondern als entschlossene Figur mit eigener Perspektive. Hannes Jaenicke funktioniert ebenfalls gut, weil Pollack emotional stärker in den Fall hineingezogen wird als ein distanzierter Standardermittler. Fedja van Huêt bildet dazu den ruhigeren Gegenpol. Die Freundschaft zwischen Pollack und de Groot gibt der Reihe inzwischen eine Vertrautheit, die auch dann trägt, wenn der Fall sehr groß aufgezogen wird.

Thematisch greift der Film mit Menschenhandel und Organhandel ein erschreckendes Feld auf. Dabei funktioniert er am besten, wenn er die moralischen Abgründe über einzelne Figuren sichtbar macht, statt nur Schlagworte abzuhaken. Gleichzeitig ist genau hier auch die Schwäche: Manche Konstellation wirkt sehr konstruiert, einige Figuren erfüllen vor allem eine dramaturgische Funktion, und die Action erreicht nicht immer die Wucht, die der Stoff eigentlich verspricht.

Die letzte Zeugin ist kein subtiler Polizeikrimi, sondern ein düsterer, gesellschaftlich aufgeladener Thriller, der mit Tempo, Atmosphäre und einer starken zentralen Figur arbeitet. Nicht jede Wendung überzeugt, aber der Film ist deutlich ambitionierter als routinierte Donnerstagsware. Dafür gibt es 7 von 10 Punkten.

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