Ein Tag unter Druck
Nach Unruhen und der schweren Verletzung eines Freundes verbringen Vinz, Hubert und Saïd einen Tag zwischen ihrer Vorstadt und Paris. Eine gefundene Polizeiwaffe verschärft die Spannung. Ihre Wege wirken zunächst alltäglich, stehen aber ständig unter dem Einfluss von Wut, Misstrauen und fehlenden Perspektiven.
Mathieu Kassovitz macht daraus kein bequemes Heldendrama. Polizeigewalt, Rassismus und soziale Ausgrenzung bestimmen die Lebenswelt, während die drei Freunde sehr unterschiedlich auf den Druck reagieren. Ihre Gespräche und ihr Humor lassen sie als Menschen erscheinen, statt lediglich politische Positionen zu verkörpern.
Drei starke Stimmen
Vincent Cassel, Hubert Koundé und Saïd Taghmaoui ergänzen sich außergewöhnlich gut. Die Energie ihrer Auftritte trägt die Geschichte auch dann, wenn scheinbar wenig geschieht. Die dynamische Schwarz-Weiß-Gestaltung macht die Härte dieser Umgebung sichtbar und gibt den Begegnungen eine eigene Spannung.
Ganz ohne Einschränkungen ist die Perspektive nicht. Frauen kommen kaum vor; der Film bleibt stark in einer männlichen Lebenswelt. Einige der Wege durch Paris ziehen sich außerdem etwas. Diese Passagen passen zwar zur Orientierungslosigkeit der Figuren, halten den Rhythmus aber nicht immer auf demselben Niveau.
Fazit
La Haine ist ein kraftvolles und eindringliches Stück Kino. Seine Darsteller, die visuelle Gestaltung und die Verbindung aus Wut und beiläufigem Humor geben ihm große Wirkung. Die begrenzte Perspektive und einzelne Längen ändern wenig daran, wie überzeugend er gesellschaftlichen Druck und die gefährliche Nähe zur Gewalt erfahrbar macht.
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