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Der Baader Meinhof Komplex (2008): Kritik

Ein aufwendig gestaltetes historisches Drama mit starkem Ensemble, dessen Ereignisdichte die Figuren gelegentlich auf Abstand hält.

Der Baader Meinhof Komplex 🔥 Warum der RAF-Film noch immer provoziert
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Eine dicht gedrängte Geschichte

Uli Edels Film verfolgt die Entwicklung des RAF-Terrorismus und seiner Protagonisten von den späten Sechzigern bis zum Deutschen Herbst. Das ist ein großer historischer Bogen, der zahlreiche Ereignisse und Personen zusammenbringen muss.

Die hohe Informationsdichte ist zugleich eine Stärke und ein Problem. Vieles wird anschaulich und mit beträchtlichem Aufwand rekonstruiert. Der rasche Wechsel zwischen Stationen lässt jedoch wenig Zeit, um Motive und Veränderungen der einzelnen Figuren emotional nachzuvollziehen.

Präsenz ersetzt nicht jede Vertiefung

Moritz Bleibtreu als Andreas Baader und Johanna Wokalek als Gudrun Ensslin besitzen große Präsenz. Martina Gedeck spielt Ulrike Meinhof, deren Figur für mich allerdings weniger eindringlich wirkt, als ich es bei dieser zentralen Rolle erwartet hätte.

Das Ensemble ist insgesamt eine Stärke. Dennoch bleiben die psychologischen Entwicklungen stellenweise zu knapp. Der Film zeigt, was passiert, erreicht aber nicht immer die gleiche Tiefe bei der Frage, wie seine Figuren dorthin gelangen. Dadurch entsteht eine gewisse emotionale Distanz.

Unmittelbare Bilder, keine bequeme Nostalgie

Rainer Klausmanns bewegliche Kamera verleiht den Szenen Unmittelbarkeit. Die Ausstattung und die sorgfältige Rekonstruktion des Zeitumfelds tragen zu einem glaubwürdigen Eindruck bei. Die Siebzigerjahre werden nicht einfach als attraktive Retro-Kulisse ausgestellt.

Gerade bei den gewaltsamen Ereignissen kann diese Gestaltung eindringlich sein. Sie löst aber das erzählerische Grundproblem nicht: Zwischen all den Stationen fehlen gelegentlich die Ruhe und die Konzentration, die aus einer dichten Chronik auch ein durchgehend packendes Figurendrama machen würden.

Fazit

Der Baader Meinhof Komplex ist ein respektabler, aufwendig inszenierter Film mit starken schauspielerischen Momenten. Die Fülle der Ereignisse und die begrenzte psychologische Vertiefung verhindern jedoch eine ebenso starke emotionale Bindung. Beeindruckende Rekonstruktion und überzeugendes Drama fallen hier nicht immer zusammen.

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