"Was ist schon normal?" ist eine französische Komödie von und mit Artus. Der Film erzählt die Geschichte von Paulo (gespielt von Artus) und seinem Vater (gespielt von Clovis Cornillac), die nach einem missglückten Raubüberfall auf der Flucht sind und sich in einem Reisebus verstecken, der junge Erwachsene mit Behinderung zu ihrem Urlaubsort in die Berge bringt. Um nicht aufzufallen, geben sich Paulo und sein Vater als der vermisste Mitreisende Sylvain und dessen Betreuer aus. Was als Flucht vor der Polizei beginnt, entwickelt sich schnell zu einem Abenteuer voller neuer Freundschaften, Herausforderungen und herzerwärmender Momente.
Der Film hat in Frankreich bereits mehr als 9 Millionen Kinobesucher begeistert und sich als Blockbuster-Komödie des Jahres etabliert. Diese beeindruckenden Zahlen sprechen für den Erfolg des Films und seine Fähigkeit, ein breites Publikum anzusprechen. Die Regie von Artus, der auch das Drehbuch zusammen mit Clément Marchand und Milan Mauger verfasst hat, markiert sein Debüt als Filmemacher und zeigt, dass er nicht nur als Comedian, sondern auch als Regisseur Talent besitzt.
Die Handlung des Films bietet eine interessante Mischung aus Humor und Tiefgang. Artus gelingt es, die Charaktere mit viel Liebe zum Detail und einer authentischen Darstellung auf die Leinwand zu bringen. Die Chemie zwischen den Darstellern, insbesondere zwischen Artus und Cornillac, trägt maßgeblich zur Wirkung des Films bei. Cornillac verkörpert den besorgten Vater mit einer Mischung aus Verzweiflung und Komik, die den Zuschauer sowohl zum Lachen als auch zum Nachdenken anregt.
Ein besonderer Aspekt des Films ist die Darstellung der jungen Erwachsenen mit Behinderung, die von Laiendarstellern gespielt werden. Artus betont in Interviews, dass er keinen Film über Menschen mit Behinderung machen wollte, sondern mit ihnen. Dieser Ansatz spiegelt sich in der Authentizität und Wärme wider, die die Darstellung dieser Charaktere ausstrahlt. Es gelingt dem Film, die individuellen Stärken und die besondere Dynamik dieser Gruppe zu zeigen, ohne in Klischees oder Sentimentalitäten zu verfallen.
Die Kameraführung von Jean-Marie Dreujou unterstreicht die sommerliche Leichtigkeit des Films, während die warmen Farben und das natürliche Licht die positive Stimmung verstärken. Dreujou fängt die Schönheit der französischen Landschaft ein und schafft eine visuelle Kulisse, die perfekt zu der fröhlichen und zugleich nachdenklichen Atmosphäre des Films passt.
Auch wenn "Was ist schon normal?" nicht ganz ohne Schwächen ist – manche Witze zünden nicht so stark, und einige Szenen wirken etwas vorhersehbar – so bietet der Film dennoch ein unterhaltsames Kinoerlebnis, das sowohl zum Lachen als auch zum Nachdenken anregt. Die zentrale Botschaft des Films, dass Unterschiede eine Stärke sind und dass echte Freundschaft keine Barrieren kennt, wird auf humorvolle und herzerwärmende Weise vermittelt.
Wer eine Komödie mit Herz sucht, die sowohl zum Lachen als auch zum Nachdenken anregt, sollte sich "Was ist schon normal?" nicht entgehen lassen.
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