The Wrong Paris versucht sich als moderne, leichtfüßige RomCom mit Reality-TV-Flair. Die Hauptrolle spielt Miranda Cosgrove als Dawn, eine junge, ambitionierte Frau aus Texas, die glaubt, sie sei für eine Dating-Show in Paris – also in Frankreich – gebucht worden. Blöd nur: Es ist Paris, Texas. Und damit ist der Ton schon gesetzt. Was folgt, ist eine Mischung aus Liebesverwirrung, Selbstfindung und leichtem Showbiz-Klamauk.
Die Idee hinter dem Film ist eigentlich ganz witzig. Der Paris-Fehlgriff dient als Aufhänger für eine Geschichte, die das klassische RomCom-Setting mit Dating-Show-Satire kombiniert. Dawn will sich schnellstmöglich aus der Show katapultieren, doch dann trifft sie auf Trey, den von Pierson Fodé gespielten Love Interest. Und klar – aus dem Wunsch, schnell wegzukommen, wird ein ziemlich vorhersehbarer innerer Konflikt: Bleiben oder gehen? Kamera oder Gefühl? Schein oder Sein?
Was der Film gut hinbekommt, ist die Chemie zwischen Cosgrove und Fodé. Die beiden funktionieren zusammen, ihre Szenen haben eine gewisse Wärme. Das ist wichtig, denn ohne das wäre der Film schnell nur eine weitere austauschbare Romantik-Komödie. Cosgrove spielt Dawn mit Charme, auch wenn sie in ruhigeren, emotionaleren Momenten nicht immer die nötige Tiefe rüberbringt. Fodé dagegen bringt eine bodenständige Lockerheit mit, die dem Film guttut. Seine Figur bleibt zwar simpel gestrickt, aber innerhalb dieses Rahmens funktioniert sie.
Inhaltlich kratzt der Film viel an der Oberfläche. Klar, es geht um Authentizität, um den Unterschied zwischen Show und echter Nähe, aber das bleibt oft auf Dialogzeilen beschränkt, statt wirklich spürbar zu werden. Viele Entwicklungen wirken vorhersehbar – nicht schlimm für dieses Genre, aber stellenweise schon arg formelhaft. Der Konflikt gegen Ende kommt fast wie aus dem Handbuch, genauso wie seine Auflösung.
Die Nebenfiguren sind dabei kaum mehr als Requisiten. Madison Pettis als Lexi ist die übliche Rivalin, ohne echte Überraschung oder Tiefe. Em, Dawns Schwester, bleibt blass. Die Produzentin der Show, Rachel, könnte eine spannende Gegenspielerin sein, wirkt aber eher wie eine Figur aus einer Sketche-Parodie. Es fehlt an Kontrast, an echten Reibungen, die den Film hätten interessanter machen können.
Visuell ist das Ganze solide umgesetzt. Der Look ist bunt, warm und typisch für das Genre – keine besonderen Highlights, aber auch keine Ausrutscher. Der Soundtrack ist unauffällig, die Schnitte sitzen, alles sauber produziert. Die Inszenierung spielt auf Sicherheit, was nicht überrascht, aber eben auch nicht begeistert.
Mein größter Kritikpunkt: Der Film bleibt zu harmlos. Er versucht, ein paar Seitenhiebe auf das Reality-TV-Business unterzubringen, aber das bleibt brav und zahm. Auch emotional hätte The Wrong Paris tiefer gehen können – es gibt Chancen, echte Unsicherheit, Zweifel oder Konflikte zu zeigen, aber meistens entscheidet sich der Film für den leichteren Weg. Es ist alles nett, glatt und ein bisschen egal.
Trotzdem: Wer auf romantische Komödien steht, die nicht wehtun, bekommt genau das. Leichte Unterhaltung, ein bisschen Witz, hübsche Menschen, angenehme Atmosphäre. Für ein verregnetes Wochenende taugt der Film allemal. Aber wer etwas Neues oder Überraschendes sucht, wird hier nicht fündig.
Ich gebe The Wrong Paris zweieinhalb von fünf Sternen. Nicht schlecht, nicht gut – einfach da. Charmant an der Oberfläche, aber ohne Nachhall. Ein Film, den man schaut, schmunzelt, vergisst.
