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Matrix Resurrections (2021): Kritik

Matrix Resurrections startete im Dezember 2021 in den Kinos und sollte nach fast 20 Jahren eine der einflussreichsten Science-Fiction-Reihen der Filmgeschichte fortsetzen.

Matrix Resurrections 🤯 WARUM sich dieses Sequel so FALSCH anfühlt
Thumbnail des ursprünglichen filmbuZZer-Videos.

Matrix Resurrections startete im Dezember 2021 in den Kinos und sollte nach fast 20 Jahren eine der einflussreichsten Science-Fiction-Reihen der Filmgeschichte fortsetzen. Neo zurück, Trinity zurück, die Matrix zurück – allein diese Prämisse erzeugte enorme Erwartungen. Genau deshalb muss man bei diesem Film zwei Dinge sauber trennen: was er erzählt und warum er so erzählt wird. Erst dann wird klar, warum dieser Film für mich und für so viele Zuschauer nicht nur enttäuschend, sondern regelrecht frustrierend war.

Spoiler: Das Ende erklärtNur öffnen, wenn du die Auflösung erfahren möchtest.

Die Handlung beginnt scheinbar wie ein Neuanfang. Thomas Anderson lebt erneut in der Matrix und arbeitet als erfolgreicher Spieleentwickler. Seine bekannteste Arbeit ist eine Videospielreihe namens Matrix, die angeblich auf psychischen Problemen basiert. Die Ereignisse der ursprünglichen Trilogie werden als Traumata, Einbildung oder kreative Verarbeitung umgedeutet. Neo wird mit blauen Pillen ruhiggestellt, seine Erinnerungen unterdrückt. Trinity existiert ebenfalls in der Matrix, erkennt Neo nicht und führt ein angepasstes, bürgerliches Leben. Nach und nach wird enthüllt, dass beide nach ihrem Tod von Maschinen rekonstruiert wurden – nicht aus Mitgefühl, sondern weil ihre emotionale Bindung enorme Energiemengen erzeugt. Der Frieden aus Revolutions ist brüchig, neue Maschinenfraktionen haben die Kontrolle übernommen, und Neo sowie Trinity dienen als emotionale Energiequelle. Am Ende werden beide erneut befreit, Trinity übernimmt sogar die zentrale Erlöserrolle, und das System wird wieder einmal aufgebrochen.

Das ist die Geschichte, die der Film erzählt. Und sie ist bereits problematisch genug. Doch das eigentliche Problem liegt nicht nur in der Handlung, sondern darin, wie der Film permanent über sich selbst spricht. Matrix Resurrections ist keine klassische Fortsetzung, sondern ein Meta-Kommentar über Fortsetzungen. Figuren reden offen über Franchise-Zwang, über Studios, über Markenlogik und Nostalgie als Verkaufsprodukt. Der Film erklärt dem Zuschauer ständig, dass er weiß, dass er ein Matrix-Film ist. Und genau das zerstört jede Immersion.

Die ursprüngliche Trilogie funktionierte, weil sie ihre Welt ernst nahm. Es gab Regeln, Konsequenzen und eine innere Logik. Resurrections behandelt all das wie lästige Altlasten. Neo ist tot? Egal. Trinity ist tot? Egal. Opfer, Entscheidungen, der Zyklus, der Frieden – alles wird rückwirkend relativiert. Nicht, weil es erzählerisch zwingend wäre, sondern weil der Film ohne diese Rücknahmen gar nicht existieren könnte. Damit entwertet er nicht nur sich selbst, sondern auch das konsequente Ende von Revolutions.

Auch tonal scheitert der Film. Emotionale Momente werden sofort ironisch gebrochen, als hätte der Film Angst vor Pathos. Action wirkt kraftlos, unübersichtlich und visuell beliebig. Die ikonische Klarheit der früheren Filme fehlt komplett. Stattdessen dominieren Dialoge, die erklären, rechtfertigen oder kommentieren, was gerade passiert. Figuren wirken oft wie Sprachrohre für Ideen, nicht wie echte Charaktere.

Warum ist dieser Film überhaupt so geworden?

Hier liegt der Schlüssel zum Verständnis. Matrix Resurrections entstand unter besonderen Umständen. Regie führte diesmal Lana Wachowski allein – Lilly Wachowski war nicht beteiligt. Das ist keine Nebensache, sondern prägend. Die ursprüngliche Trilogie entstand aus einer gemeinsamen Vision. Resurrections dagegen trägt klar die Handschrift einer Einzelentscheidung.

Der Film selbst verhandelt den Druck, eine erfolgreiche Marke fortzusetzen. Für mich wirkt das wie ein innerer Konflikt auf Leinwand: zwischen Kontrolle und Loslassen, persönlichem Ausdruck und Franchise-Zwang.

Der extreme Meta-Ansatz funktioniert dabei wie eine Schutzstrategie. Indem der Film sich selbst ironisiert und kritisiert, versucht er, Kritik vorwegzunehmen. Nach dem Motto: Wenn wir schon sagen, dass das alles problematisch ist, kann man uns nichts mehr vorwerfen. Doch genau hier liegt der Trugschluss. Ein Film kann selbstreflexiv sein, ohne sich selbst zu sabotieren. Resurrections tut Letzteres. Er wirkt, als wolle er gleichzeitig existieren und sich dafür entschuldigen.

Am Ende bleibt der Eindruck eines Films, der mit sich selbst im Konflikt steht. Matrix Resurrections ist weniger eine Fortsetzung als eine Abrechnung – mit der Marke, mit Hollywood, mit Erwartungen und vielleicht auch mit der eigenen Vergangenheit. Das Problem ist nur: Diese Abrechnung findet innerhalb der Geschichte statt und zerstört sie dabei.

Matrix Resurrections ist kein missverstandenes Meisterwerk und kein mutiger Neuanfang. Er ist ein konzeptuell widersprüchlicher Film, der sich hinter Meta-Ebenen versteckt, um keine Verantwortung für seine eigene Geschichte übernehmen zu müssen. Statt Weiterentwicklung gibt es Rückabwicklung, statt Konsequenz Zynismus. Wertung: 1/10.

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