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The Alto Knights: Robert De Niro gegen Robert De Niro

Eine starke Doppelrolle gibt Barry Levinsons traditionellem Gangsterdrama seine besondere Dynamik.

The Alto Knights 🎩 Robert De Niro gegen Robert De Niro
Thumbnail des ursprünglichen filmbuZZer-Videos.

Ein Mafia-Film, wie er klassischer kaum sein könnte – und doch hebt er sich durch eine ganz besondere Entscheidung von anderen Genrevertretern ab. Robert De Niro spielt gleich zwei Rollen: Frank Costello und Vito Genovese, zwei verfeindete Gangsterbosse im New York der fünfziger Jahre. Die Tatsache, dass ein Schauspieler beide Hauptfiguren verkörpert, sorgt für eine besondere Dynamik und lässt den Film fast wie eine Reflexion über Macht, Loyalität und Identität wirken.

Die Geschichte dreht sich um die eskalierende Fehde zwischen Costello und Genovese. Beide waren einst Verbündete, doch während Costello seine Macht lieber aus dem Hintergrund ausübt, ist Genovese ein Mann, der nach absoluter Kontrolle strebt – und keine Skrupel kennt, um sie zu erlangen. Ein Mordanschlag auf Costello wird zum Wendepunkt in dieser Rivalität und bringt eine Kettenreaktion in Gang, die das gesamte Mafia-Gefüge erschüttert. Regisseur Barry Levinson inszeniert das mit einer klassischen Erzählweise, ohne große Experimente, aber mit einem Gespür für Atmosphäre und Spannung.

Robert De Niro trägt den Film mit einer beeindruckenden Doppelperformance. Trotz der optischen Ähnlichkeit seiner Figuren gelingt es ihm, sie so unterschiedlich zu gestalten, dass man nie den Eindruck hat, nur einen Schauspieler zu sehen. Costello wirkt nachdenklich, fast philosophisch, während Genovese von unbändigem Ehrgeiz und Brutalität getrieben ist. Es ist eine Leistung, die an De Niros große Mafia-Rollen aus „Goodfellas“ oder „Casino“ erinnert. Debra Messing als Costellos Ehefrau bringt eine tragische Note in den Film, während Cosmo Jarvis als Vincent Gigante eine ebenso charismatische wie gefährliche Präsenz aufbaut.

Visuell setzt der Film auf eine authentische Nachbildung der fünfziger Jahre. Die Kamera von Dante Spinotti fängt verrauchte Hinterzimmer, dunkle Gassen und prunkvolle Nachtclubs in detailverliebten Bildern ein. Besonders gelungen ist die Entscheidung, auf künstliche Verjüngungseffekte oder digitale Tricks zu verzichten. Hier ist alles echtes Schauspiel, unterstützt durch klassisches Make-up und Lichtsetzung.

„The Alto Knights“ bringt nichts Neues ins Genre, aber das muss er auch nicht. Es ist ein Film, der genau weiß, was er sein will: ein atmosphärisch dichtes Mafia-Drama mit großartigen Schauspielern und einer Geschichte über Macht, Verrat und die Unausweichlichkeit von Gewalt. Wer Filme wie „Der Pate“ oder „Es war einmal in Amerika“ liebt, wird sich hier sofort zu Hause fühlen. Wer Innovationen erwartet, könnte enttäuscht sein. Doch als klassischer Gangsterfilm funktioniert „The Alto Knights“ genau so, wie er soll – als eine letzte große Bühne für Robert De Niro in einem Genre, das ihn berühmt gemacht hat.

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