Diesmal steht nicht der titelgebende Schwamm im Mittelpunkt, sondern sein ewiger Widersacher Plankton, der in seiner eigenen Geschichte mehr als genug Chaos anrichtet. Die große Frage ist aber: Funktioniert das Konzept auch als Spielfilm?
Die Handlung dreht sich um Plankton und seine Frau Karen, die in ihrer Beziehung an einem Punkt angekommen sind, an dem sie genug von seinen ständigen Misserfolgen hat. Anstatt ihn weiterhin zu unterstützen, beschließt sie, selbst die Kontrolle zu übernehmen – und das nicht nur über das Restaurantgeschäft, sondern über die ganze Welt. Plankton steht plötzlich vor einem ungewohnten Problem: Er muss die Rolle des Helden übernehmen und Karen aufhalten. Da er das natürlich nicht allein schafft, ist auch SpongeBob mit von der Partie, unterstützt von den sogenannten Gal Pals.
Von Anfang an ist klar, dass der Film sich treu bleibt und die überdrehte, absurde Welt von Bikini Bottom in großem Stil auf die Leinwand bringt. Die Animation kombiniert verschiedene Stile und experimentiert mit wilden, teils psychedelischen Sequenzen. Während einige Szenen kreativ und visuell ansprechend sind, fühlt sich der Look insgesamt nicht ganz so charmant an wie die klassische Zwei-D-Animation der Serie. Der moderne, computeranimierte Stil wirkt manchmal zu glatt, wodurch der ursprüngliche, handgezeichnete Charakter der Welt verloren geht.
Plankton als Hauptfigur zu erleben, ist definitiv eine willkommene Abwechslung. Die Geschichte nutzt seinen Größenwahn und sein Selbstmitleid für viele humorvolle Momente, aber auch für eine interessante Charakterentwicklung. Seine Dynamik mit Karen steht im Mittelpunkt, und das bringt eine unerwartete emotionale Tiefe mit sich. Die Darstellung ihrer Eheprobleme zwischen Machtspielchen und gegenseitiger Abhängigkeit ist für einen „SpongeBob“-Film überraschend nuanciert. Dennoch bleibt der Film seinem Stil treu und verliert sich nicht in ernsten Tönen.
Schauspielerisch liefern die gewohnten Stimmen eine solide Performance ab. Besonders Planktons Sprecher bringt seinen Charakter mit der gewohnten Mischung aus Größenwahn und Verzweiflung zum Leben. Auch Karen bekommt mehr Raum als in der Serie, und ihre Entwicklung sorgt für spannende Wendungen.
Doch so unterhaltsam der Film auch ist, fühlt er sich eher wie eine überlange Episode an. Die Handlung ist vorhersehbar, und während einige Nebenfiguren kleine Auftritte haben, stehen sie kaum im Fokus. Das ist schade, denn Charaktere wie Thaddäus oder Mr. Krabs hätten für noch mehr Abwechslung gesorgt.
„Plankton: Der Film“ ist ein spaßiges Abenteuer, das vor allem Fans von „SpongeBob Schwammkopf“ begeistern wird. Die Geschichte bringt eine neue Dynamik ins bekannte Universum, auch wenn sie nicht ganz die Tiefe eines eigenständigen Films erreicht. Wer den absurden Humor und die Welt von Bikini Bottom liebt, wird hier auf seine Kosten kommen – auch wenn das große Kinoerlebnis am Ende etwas kleiner ausfällt, als man sich erhofft hätte.
