Nonnas ist eine warmherzige Komödie mit viel Pasta, viel Gefühl und einem ordentlichen Schuss italienischem Temperament. Der Film basiert auf der wahren Geschichte von Joe Scaravella, einem Mann aus Staten Island, der nach einer persönlichen Krise ein ganz besonderes Restaurant eröffnet: Eines, in dem ausschließlich italienische Großmütter kochen – jede mit ihrem eigenen Rezept, ihrer Geschichte und ihrer ganz eigenen Art, den Kochlöffel zu schwingen.
Vince Vaughn spielt Joe, und er macht das richtig gut. Er legt die Figur mit angenehm zurückhaltendem Humor und spürbarer Wärme an – kein Haudrauf-Charakter, sondern ein Mann, der etwas verloren ist und erst durch seine ungewöhnliche Geschäftsidee wieder einen Sinn im Leben findet. Vaughn trägt den Film über weite Strecken allein, aber was ihn wirklich besonders macht, ist das Ensemble um ihn herum. Und das besteht aus nichts Geringerem als einer Riege großartiger Schauspielerinnen: Susan Sarandon, Lorraine Bracco, Talia Shire und Brenda Vaccaro spielen vier der titelgebenden Nonnas – und sie sind das wahre Herz des Films.
Die Dynamik zwischen diesen Charakteren ist herrlich. Da wird gestritten, gekichert, sich gegenseitig kritisiert – und dann wieder beim gemeinsamen Kochen versöhnt. Die Gespräche über ihre Vergangenheit, über Familie, Verlust, Liebe und Heimat sind voller Leben und Gefühl, ohne jemals kitschig zu werden. Man spürt, dass sie alle etwas mitbringen, das größer ist als die nächste Portion Ravioli. Sie bringen Erfahrungen, Erinnerungen – und natürlich ihre Rezepte.
Regisseur Stephen Chbosky schafft es, den Film liebevoll und ruhig zu erzählen. Er verzichtet auf künstliches Drama oder übertriebene Konflikte und konzentriert sich stattdessen auf das, was diese Geschichte ausmacht: Menschlichkeit, Verbundenheit, gemeinsames Kochen und Essen als Brücke zwischen Generationen. Visuell ist das Ganze unaufgeregt, aber stimmig. Die Szenen in der Küche sind fast meditativ, die Gerichte liebevoll inszeniert – da bekommt man beim Zuschauen direkt Hunger.
Natürlich, Nonnas ist in Teilen vorhersehbar. Die große Wendung bleibt aus, das Ende überrascht nicht, und man ahnt schon früh, wie alles zusammenlaufen wird. Aber das ist völlig in Ordnung. Der Film ist nicht da, um zu schockieren oder das Genre neu zu definieren. Er will Wärme spenden, ein bisschen trösten und uns daran erinnern, was wirklich zählt: Familie, Erinnerung, gemeinsames Erleben – und gutes Essen.
Unterm Strich ist Nonnas ein herzerwärmender Film, der vielleicht ein paar Klischees bedient, aber dabei so charmant ist, dass man es ihm nicht übelnehmen kann. Er ist ehrlich, nahbar und mit viel Liebe gemacht. Für Fans von Familiengeschichten, italienischer Küche und Geschichten, die mitten ins Herz treffen, genau das Richtige.
