Unter der Regie von Nicolas Cuche entfaltet sich eine humorvolle und gleichzeitig berührende Geschichte über unerwartete Wendungen im Leben und die Bedeutung familiärer Bindungen.
Im Mittelpunkt steht Lucas, gespielt von Julien Frison, der am Tag seiner Hochzeit von seiner Verlobten Maya, dargestellt von Margot Bancilhon, vor dem Traualtar stehen gelassen wird. Was als Albtraum beginnt, nimmt eine unerwartete Wendung, als er beschließt, die bereits gebuchten Flitterwochen auf Mauritius nicht verfallen zu lassen. Allerdings reist er nicht allein – an seiner Seite ist seine Mutter Lily, gespielt von Michèle Laroque. Was zunächst als verzweifelte Lösung erscheint, entwickelt sich zu einer chaotischen, aber lehrreichen Reise voller skurriler Begegnungen, peinlicher Situationen und tiefgründiger Gespräche.
Die Dynamik zwischen Julien Frison und Michèle Laroque ist das Herzstück des Films. Frison bringt die geballte Frustration und den verletzten Stolz eines verlassenen Bräutigams authentisch auf die Leinwand, während Laroque als überfürsorgliche, aber warmherzige Mutter brilliert. Ihre gemeinsamen Szenen sind geprägt von pointierten Dialogen, die sowohl zum Lachen als auch zum Nachdenken anregen.
Besonders hervorzuheben ist Rossy de Palma in der Rolle der exzentrischen Hotelmanagerin Gloria. Ihre energiegeladene Darstellung sorgt für einige der witzigsten Momente des Films. Kad Merad und Gilbert Melki ergänzen die Geschichte mit ihren charmanten Nebenhandlungen und bieten zusätzlichen Humor.
Nicolas Cuche inszeniert die Geschichte mit einem leichten, aber dennoch nuancierten Blick. Die traumhaften Landschaften von Mauritius werden nicht nur als Kulisse genutzt, sondern spiegeln auch die emotionale Reise der Charaktere wider. Die Kamera fängt die Schönheit der Insel ebenso ein wie die inneren Konflikte der Protagonisten.
Das Drehbuch von Laure Hennequart und Laurent Turner hält eine ausgewogene Mischung aus humorvollen und ernsteren Momenten bereit. Es gibt einige vorhersehbare Szenen, doch der Film verliert dadurch nicht an Charme. Die Handlung bleibt kurzweilig und unterhaltsam, ohne dabei ins Banale abzurutschen.
„Flitterwochen mit meiner Mutter“ ist eine unterhaltsame Komödie mit viel Herz. Sie zeigt, dass das Leben manchmal unerwartete Wendungen nimmt, die uns letztlich zu wichtigen Erkenntnissen führen. Der Film erinnert daran, dass Familie trotz aller Differenzen immer eine Stütze sein kann – und dass selbst die verrücktesten Situationen eine Chance zur Veränderung bieten. Eine charmante und liebevoll inszenierte Geschichte, die mit Humor und Gefühl überzeugt.
