Ein ungewöhnlicher Neuanfang
Die Anwältin Rita erhält den Auftrag, einer Person aus dem mexikanischen Kartellmilieu ein anderes Leben zu ermöglichen. Als Emilia Pérez möchte diese Frau ihre Vergangenheit hinter sich lassen. Doch Beziehungen, Verantwortung und frühere Entscheidungen verschwinden nicht automatisch mit einem neuen Namen.
Jacques Audiard erzählt diese Ausgangslage in einer ungewöhnlichen Mischung aus Thriller, Musical und melodramatischer Zuspitzung. Der Film geht ästhetisch ein großes Risiko ein. Gerade seine Bereitschaft, unterschiedliche Formen miteinander zu verbinden, gibt ihm eine starke Eigenständigkeit.
Stimmen, Körper und Bilder
Karla Sofía Gascón macht Emilias Wunsch nach Veränderung ebenso spürbar wie die Widersprüche, die damit verbunden bleiben. Zoe Saldaña gibt Rita Energie und Präsenz. Selena Gomez bringt als Jessi wichtige emotionale Spannungen in die Geschichte; die Figuren werden nicht allein durch die große Verwandlungsidee bestimmt.
Die Songs von Camille und Clément Ducol und Damien Jalets Choreografie sind eng mit der Erzählung verbunden. Sie unterbrechen das Geschehen nicht einfach für eine dekorative Nummer, sondern geben Gefühlen und Konflikten eine weitere Form. Paul Guilhaumes Bilder unterstützen die wechselnden Stimmungen und die markanten Kontraste.
Fazit
Emilia Pérez ist ein ausgesprochen mutiger und wirkungsvoller Film. Das Ensemble und die musikalische Gestaltung tragen eine Geschichte, die sich nicht bequem auf ein Genre festlegen lässt. Die Mischung aus emotionaler Intensität, Bewegung und Spannung macht den Versuch eines neuen Lebens zu einer eindrucksvollen Kinoerfahrung.
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