Eine Eliteeinheit des Militärs, ein gnadenloses Kartell und ein Überlebenskampf in der Wildnis – klingt nach einer spannenden Prämisse, oder? Leider bleibt der Film weit hinter seinen Möglichkeiten zurück und liefert stattdessen eine vorhersehbare Aneinanderreihung von Schießereien und Explosionen, die weder fesseln noch mitreißen können.
Die Handlung beginnt mit fünf Elitekämpfern, den sogenannten „Murciélagos“, die während eines harmlosen Ausflugs zufällig eine brutale Entführung beobachten. Ohne zu zögern, greifen sie ein, eliminieren die Angreifer und retten die Opfer. Doch dieser gut gemeinte Einsatz hat schwerwiegende Konsequenzen. Der Anführer des örtlichen Drogenkartells, ein skrupelloser Gangster namens Josefo, setzt alles daran, die Männer auszuschalten. Auf einer abgelegenen Straße geraten sie in einen Hinterhalt, können sich aber in die Wildnis flüchten. Dort beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel mit den schwer bewaffneten Kartellsöldnern. Was hätte ein intensiver Survival-Thriller werden können, entwickelt sich leider zu einem belanglosen Dauerfeuer ohne echtes Herz oder Spannung.
Die Charaktere bleiben flach und austauschbar. Die fünf Soldaten könnten genauso gut Namenlose in einem Videospiel sein, denn eine tiefere Charakterzeichnung gibt es nicht. Capitán Guerrero, der Anführer der Truppe, gespielt von Luis Alberti, bekommt kaum mehr als ein paar standardisierte Heldenmomente. Seine Kameraden bleiben vor allem austauschbare Bestandteile der Action. Auch der Antagonist Josefo bleibt erschreckend blass. Noé Hernández, der diese Rolle übernimmt, versucht zwar, bedrohlich zu wirken, doch die klischeehaften Dialoge nehmen ihm jede Ernsthaftigkeit.
Inszenatorisch macht der Film ebenfalls wenig richtig. Die Kamera wackelt in den Actionszenen wild umher, die Schnitte sind so hektisch, dass man oft kaum mitbekommt, was gerade passiert, und der Soundtrack ist so austauschbar, dass er in jeder x-beliebigen Actionproduktion laufen könnte. Besonders schade ist, dass die atemberaubenden Landschaften Mexikos kaum zur Geltung kommen. Hier wurde eine riesige Chance vertan, die Natur als zusätzliche Bedrohung oder als stilistisches Element zu nutzen.
Der größte Fehler des Films ist jedoch, dass er es nie schafft, echte Spannung aufzubauen. Es gibt keinen Moment, in dem man sich wirklich Sorgen um die Protagonisten macht. Stattdessen wird eine Actionszene nach der nächsten aneinandergereiht, ohne dass jemals ein emotionaler Höhepunkt erreicht wird. Das Drehbuch wirkt zusammengeschustert, als hätte man einfach bekannte Versatzstücke aus besseren Filmen genommen, sie lieblos aneinandergeklebt und gehofft, dass es irgendwie funktioniert.
„Der Gegenangriff“ ist ein Film, den man schnell wieder vergessen hat. Wer auf anspruchslose Action mit viel Geballer und wenig Tiefgang steht, könnte hier kurzzeitig unterhalten werden. Wer aber nach einem fesselnden Thriller sucht, der mehr bietet als laute Explosionen und generische Bösewichte, sollte sich nach einer besseren Alternative umsehen.
