Vier Menschen, eine geheime Beziehung
Lea ist Mutter, Journalistin und mit ihrem Leben nicht zufrieden. Der verheiratete Seismologe Rocco bietet ihr eine geheime Verbindung, deren vereinbarte Grenzen bald nicht mehr ausreichen. Als Lea die Praxis seiner Frau Cecilia aufsucht, wird aus der vermeintlich überschaubaren Affäre ein kompliziertes Geflecht aus Bedürfnissen und Kontrolle.
Ludovica Rampoldi reduziert Lea nicht auf eine gefährliche Störerin. Sie ist verletzt, widersprüchlich und sucht nach Bedeutung. Auch Rocco bleibt eher ein eitler, schwacher Mensch als ein eindeutiger Bösewicht. Diese erwachsene Perspektive gehört zu den interessanteren Seiten des Films.
Präzise gebaut, wenig glühend
Pilar Fogliati gibt Lea eine nervöse Mischung aus Charme und Verletzlichkeit. Valeria Golinos Cecilia beobachtet ruhig und klug. Adriano Gianninis Zurückhaltung passt zu Rocco, doch zwischen ihm und Lea entsteht weniger spürbare Leidenschaft, als die Geschichte bräuchte.
Rampoldis Debüt ist sorgfältig konstruiert. Motive von Strategie, körperlichem Impuls und kontrollierten Räumen verbinden die Beziehungen. Stellenweise merkt man jedoch zu sehr, wie geschickt alles geschrieben wurde. Wendungen und Erklärungen wirken dann arrangiert statt erlebt. Die Figuren sind interessant, aber die emotionale Unruhe erreicht das Publikum nicht durchgehend.
Fazit
Eine stürmische Affäre besitzt gute Ideen und ein überzeugendes Ensemble. Besonders Fogliati und Golino geben den Frauen mehr Eigenständigkeit als einer bloßen Dreiecksgeschichte. Das zu glatte Drehbuch und die begrenzte Chemie verhindern jedoch größere Intensität. Ein solides, etwas enttäuschendes Beziehungsdrama mit 6 von 10 Punkten.
