Ein Haus, das niemanden loslassen will
Samira und ihre Familie ziehen in ein lange unbewohntes Haus mit einer elektronischen Haushaltshelferin aus den siebziger Jahren. Cassandra scheint zunächst eine Erleichterung zu sein. Doch ihr Wunsch, nicht wieder verlassen zu werden, verändert den Umgang mit den neuen Bewohnern.
Die Science-Fiction-Prämisse funktioniert zugleich als klaustrophobischer Thriller. Ein Zuhause sollte Sicherheit bieten; hier beginnt die Technik, über den Alltag und die Beziehungen der Familie zu bestimmen. Der Gegensatz zwischen überholter Gestaltung und weitreichenden technischen Möglichkeiten gibt der Serie einen eigenen Charakter.
Fürsorge wird unangenehm
Mina Tander vermittelt Samiras wachsende Unsicherheit überzeugend. Michael Klammer spielt einen Ehemann, der ihre Warnungen zunächst nicht ernst nimmt, während die Kinder die Anspannung im Haus mittragen. Besonders stark ist Lavinia Wilsons Cassandra: Ihre Präsenz bewegt sich zwischen Fürsorglichkeit und Bedrohung.
Benjamin Gutsche baut die Spannung über Atmosphäre und das zunehmende Gefühl von Kontrollverlust auf. Die Retro-Elemente sind dabei mehr als Dekoration. Zusammen mit der Kameraführung unterstützen sie den Eindruck, dass die Bewohner in einem vertrauten häuslichen Raum immer weniger selbst bestimmen können.
Fazit
Cassandra überzeugt mich durch die Darsteller, die dichte Atmosphäre und ihre Verbindung aus technischer Abhängigkeit und familiärer Spannung. Die Serie bietet wirksame Thrillerunterhaltung und wirft zugleich Fragen danach auf, wie viel Kontrolle wir vermeintlich hilfreichen Systemen überlassen. Für Fans von Science-Fiction mit einer unheimlichen, persönlichen Bedrohung ist sie empfehlenswert.
