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Mein Weg – 780 km zu mir (2024): Kritik

Ein kaputtes Knie, viel Zweifel und Begegnungen ohne großes Pathos: Bill Bennetts Pilgerfilm überzeugt durch seine bodenständige Haltung.

Mein Weg – 780 km zu mir 🥾 Lohnt sich diese Pilgerreise im Kino?
Thumbnail des ursprünglichen filmbuZZer-Videos.

Unterwegs ohne Erleuchtungsversprechen

Bill geht den Jakobsweg nach Santiago de Compostela, obwohl sein Knie schmerzt und er weder Erfahrung noch ausgeprägten spirituellen Ehrgeiz mitbringt. Chris Haywood spielt einen skeptischen Mann, der seine eigenen Grenzen unterwegs nur schwer ignorieren kann. Bill Bennett verfilmt dabei Erfahrungen aus seiner eigenen Pilgerreise und seinem Buch.

Gerade die unaufgeregte Haltung gefällt mir. Der Film verspricht keine schnelle Verwandlung durch ein paar schöne Landschaften. Er nimmt Erschöpfung, Zweifel und die kleinen Schwierigkeiten des Gehens ernst.

Menschen statt großer Reden

Die Begegnungen tragen das Drama. Cristina und Rosa gehören zu den Menschen, durch die Bills Reise mehr wird als eine sportliche Herausforderung. Gespräche wirken beiläufig und nahbar, als könnte man sie am Frühstückstisch einer Herberge hören.

Dazu kommen die Landschaften Nordspaniens. Wälder, trockene Ebenen und Dörfer sind schön eingefangen, spiegeln aber auch Bills wechselnde Stimmung. Die Bilder bleiben Teil seiner Erfahrung, statt den Film in eine bloße Reisewerbung zu verwandeln.

Nicht jede Etappe bleibt hängen

Die episodische Struktur hat Grenzen. Manche Begegnungen berühren stärker als andere, und einige Nebenfiguren hätten mehr Raum verdient. Auch die Sinnsuche bringt für Zuschauer, die solche Geschichten kennen, nicht durchgehend neue Gedanken.

Das macht den Film nicht unehrlich. Es bedeutet nur, dass seine Stärke eher im Ton als in einer überraschenden Konstruktion liegt.

Fazit

Mein Weg ist ein stilles, humorvolles und sympathisches Drama über einen Menschen, der nicht genau weiß, wohin es weitergehen soll. Die Bodenständigkeit bewahrt ihn vor übertriebenem Pathos. Trotz einzelner blasser Etappen lohnt sich diese Reise vor allem wegen ihrer ehrlichen menschlichen Begegnungen.

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